Kampf gegen IS Irakischer Premier fühlt sich von USA im Stich gelassen

"Bagdad wäre fast vom IS eingekreist worden, und die USA haben nichts unternommen": Der irakische Premier Abadi geht im SPIEGEL auf Distanz zu Barack Obama. Lob gibt es für Deutschland - und Iran.


Vor seinem ersten Zusammentreffen mit US-Präsident Barack Obama in Washington am 14. April kritisiert der neue irakische Premierminister die Rolle der USA beim Kampf gegen den "Islamischen Staat". Haider al-Abadi äußerte sich im SPIEGEL-Gespräch tief enttäuscht: "Bagdad wäre fast vom IS eingekreist worden, und niemand, weder die USA noch sonst jemand, hat etwas unternommen." Die Regierung in Washington habe den Fall der irakischen Hauptstadt in Kauf genommen, anstatt schnelle, effektive Unterstützung zu leisten. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

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Abadi lobte hingegen die Kooperation mit dem Bundesnachrichtendienst, die sei hervorragend: "Wir geben ihm die Nummern weiter", mit denen deutsche Terroristen, die sich dem IS angeschlossen haben, "nach Deutschland telefonieren." Die Deutschen hätten im Übrigen die Waffen, die der Irak brauche im Kampf gegen den "Islamischen Staat". Insofern könnten sie "eine entscheidende Rolle" in dem Konflikt spielen.

Abadi lobte auch die Unterstützung des Nachbarn Iran durch Waffen und Berater. Iran sei sofort zur Stelle gewesen, wenn auch aus eigenen, nationalen Interessen, um das Regime in Teheran und die heiligen Stätten zu schützen. Daraus künftige Machtansprüche Teherans abzuleiten, sei allerdings falsch, sagte Abadi dem SPIEGEL: "Ich schulde den Iranern nichts."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
Teile1977 04.04.2015
1. Besatzer
Merkwürdig, erst könnten es die Iraker kaum erwarten bis die verhassten Besatzer abgezogen sind, und jetzt beschweren sie sich weil sie nicht da sind. Das wird für die Afganen noch schwierig werden wenn die "Besatzer" weg sind, die jüngeren kennen das Talibanregime nicht und was das bedeutet.
konstrukteur 04.04.2015
2. diese Besatzer
haben erst die Möglichkeiten geschaffen das der IS das wurde was er ist. jetzt nachdem das Öl gen Usa fließt sich die US Firmen am irakischen Aufbau mit irakischen Öl Devisen dumm und dämlich verdient haben aind sie raus. schon mal was von Verursacher Prinzip gehört. Es gab KEINE Massenvernichtungswaffen somit gab es keine Legitimation für die Besatzung des Landes - schon wieder vergessen oder?
genutztername 04.04.2015
3. Merkwürdig
Zitat von Teile1977Merkwürdig, erst könnten es die Iraker kaum erwarten bis die verhassten Besatzer abgezogen sind, und jetzt beschweren sie sich weil sie nicht da sind. Das wird für die Afganen noch schwierig werden wenn die "Besatzer" weg sind, die jüngeren kennen das Talibanregime nicht und was das bedeutet.
erst können die Amis sich nicht zurückhalten den ganzen Vorderarabischen Raum in Unruhe zu stürzen und jetzt, nachdem sie unzählige Konflikte ausgelöst haben, scheinen sie sich nicht mehr dafür zu interessieren.
fe-nerbahce 04.04.2015
4. @Teile1977
Schon mal daran gedacht das der jetzige Präsident Schiite ist? :-) fragen Sie doch einmal die irakische Bevölkerung was sie von dem Terroreinsatz der USA halten?
kroganer 04.04.2015
5. Schwarzer Peter
Die VSA haben es leider geschafft sich die dauernde "Schwarzer Peter" Rolle selbst zu verpassen! Egal was Sie machen Sie sind schuld, wenn geholfen wird ist es nicht richtig, wenn nicht geholfen wird auch nicht. Ich stehe garantiert nicht 100% hinter der VSA Politik, die haben echt viel Mist gebaut. Aber letztendlich ist es die einzige Macht auf diesem Planeten die dazu in der Lage sind,effektiv gegen diese ganzen bekloppten und Fanatiker etwas auszurichten! Und wer hätte das gedacht irgendwann freuen sich auch die Iraker, das dauerhaft US Truppen in ihrem Land stationiert sind.
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