Irak-Qaida-Connection Chirac widerspricht Bush

Der französische Staatspräsident Jacques Chiracglaubt nicht, dass es zwischen dem Irak und dem Terrornetzwerk al-Qaida eine Verbindung gibt. Damit stellt er sich gegen die Darstellung von US-Präsident George W. Bush.


Paris - Die französischsprachige libanesische Tageszeitung "L'Orient-Le Jour" zitiert Chirac: "Meines Wissens ist kein Beweis für eine Verbindung zwischen Irak und al-Qaida gefunden worden, oder jedenfalls wurde keiner öffentlich."

US-Präsident George W. Bush hatte den irakischen Staatschef Saddam Hussein am Montag als einen Mann bezeichnet, "von dem wir wissen, dass er Verbindungen zu al-Qaida hatte". Konkrete Beweise hat Bush bisher allerdings nicht vorgelegt.

Frankreich lehnt nach wie vor die von den USA und Großbritannien im Weltsicherheitsrat geforderte Vollmacht zu einem Militärschlag ab, falls Irak nicht mit den Uno-Waffeninspektoren kooperiert. Diese Haltung teilen im Sicherheitsrat auch China und Russland. "Selbst wenn gewisse Terroristen in Irak Unterschlupf gefunden haben mögen, dürfen wir die Punkte nicht vermischen", zitierte das libanesische Blatt Chirac. Es sei unmöglich auszuschließen, dass terroristische Gruppen die Irak-Frage als Vorwand für neue Anschläge und als Propagandainstrument benutzten.

Vor der Sitzung des Weltsicherheitsrats über die künftige Irak-Politik hat Russland am Mittwoch bekräftigt, die von den USA vorgeschlagene Resolution mit der Androhung eines Militärschlags nicht durchgehen zu lassen. "Sie ist unannehmbar, und Russland kann sie nicht unterstützen", wird Vize-Außenminister Juri Fedotow von der Nachrichtenagentur Interfax zitiert. Sein Land sei aber bereit, über andere Vorschläge zu sprechen. Russland kann mit seinem Vetorecht jede Resolution im Sicherheitsrat blockieren.

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