Nach Mord an Geiseln Irak richtete mehrere Dschihadisten hin

Die irakische Regierung hat 13 verurteilte Dschihadisten gehängt. Die Todesstrafe ist die Antwort auf die Ermordung von acht Geiseln durch die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Verurteilte Gefangene
AFP/ Iraq Justice Minister

Verurteilte Gefangene


Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat acht Geiseln im Irak ermordet. Als Reaktion auf diese Tat hat die Regierung 13 verurteilte Dschihadisten hinrichten lassen. Wie das Justizministerium mitteilte, wurden die Männer im südirakischen Gefängnis von Nassirija gehängt, nachdem sie alle Rechtsmittel gegen ihre Todesurteile ausgeschöpft hätten.

Zuvor hatte der Fund von acht toten Geiseln der Extremistengruppe die Bevölkerung schockiert, auch weil die Bagdader Regierung zuvor fälschlicherweise die Befreiung der Geiseln verkündet hatte.

Wie das Büro von Ministerpräsident Haider al-Abadi mitteilte, wurden die Todesurteile am Donnerstag vollstreckt. Das Justizministerium veröffentlichte anschließend erstmals Fotos der Todeskandidaten sowie der Hinrichtung. Al-Abadi hatte am Donnerstag als Vergeltung für die Tötung der IS-Geiseln die sofortige Hinrichtung Hunderter verurteilter Islamisten angeordnet.

Viele Verurteile sind keine Iraker

Die Strafe aller zum Tode verurteilten "Terroristen", deren Berufung abgelehnt und deren Verurteilung durch die Regierung bestätigt wurde, solle unverzüglich vollstreckt werden, hatte der Ministerpräsident erklärt. Bisher waren dieses Jahr 13 Menschen hingerichtet worden, davon elf wegen "Terrorismus". Im Vorjahr waren 111 Hinrichtungen im Irak gezählt worden.

Im April hatte es aus Justizkreisen geheißen, dass mehr als 300 Menschen, darunter rund hundert ausländische Frauen, im Irak wegen IS-Mitgliedschaft zum Tode verurteilt worden seien. Noch einmal so viele bekamen demnach lebenslange Haftstrafen. Die meisten der ausländischen Verurteilten kommen aus der Türkei oder aus den ehemaligen Sowjetrepubliken.

mho/dop/AFP



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