Proteste im Irak Hafen in Basra nach Zusammenstößen geschlossen

Der Seehafen von Basra ist der wichtigste im Irak. Nun hat er den Betrieb eingestellt. Grund sind die seit Tagen andauernden Ausschreitungen.

Proteste in Basra
AP

Proteste in Basra


Nach neuen Zusammenstößen ist der Hafen der südirakischen Stadt Basra geschlossen worden. Bei den Ausschreitungen hatte es einen Toten und 25 Verletzte gegeben. Alle Arbeiten ruhten, da der Eingang zum Hafen Umm Kasr blockiert werde, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Hafenarbeiter. Weder Bedienstete noch Lkw könnten auf das Gelände gelangen oder dieses verlassen.

Die Nachrichtenagentur AP meldet ebenfalls, dass der Hafen den Betrieb eingestellt habe. Sie beruft sich auf einen Vertreter des staatlichen Hafenbetreibers "Iraqi Ports Co." Demnach habe der Betreiber die Entscheidung aus Angst vor Sabotageakten geschlossen.

In der Nacht hatten Demonstranten an den Zufahrten zum Hafen Barrikaden aus Reifen, Gittern und Stacheldraht errichten. Zudem blockierten Demonstranten die Fernstraße von Basra in die Hauptstadt Bagdad und zündeten ein Gebäude der Provinzregierung an. Sicherheitskräfte feuerten laut der Nachrichtenagentur AFP Schüsse und Tränengassalven direkt auf die Demonstranten ab. Umm Kasr ist der wichtigste Seehafen des Landes, ein wichtiges Tor für Getreide- und Rohstoffimporte.

Seit Tagen gibt es Proteste und gewaltsame Zusammenstöße in der Zwei-Millionen-Stadt Basra. (Mehr dazu lesen Sie hier.) Allein am Dienstag waren fünf Demonstranten getötet worden. In den Protesten entlädt sich die Wut der vorwiegend schiitischen Bevölkerung über die zusammenbrechende Infrastruktur, Stromsperren und Korruption.

In Basra ist das Wasser nach Angaben von Einwohnern mit Salz verseucht. Hunderte Menschen seien deswegen bereits in Krankenhäuser eingeliefert worden. Die Bewohner im Südirak, wo das Gros des irakischen Öls gefördert wird, beklagen, dass ihre Region seit Jahrzehnten vernachlässigt werde.

asa/Reuters

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