Gewalt im Irak 65 Tote bei Selbstmordanschlag auf Beerdigung

Ein Anschlag in Bagdad hat mindestens 65 Todesopfer gefordert. Die Autobombe explodierte bei einer Beerdigung im überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr City. Allein im September sind im Irak 400 Menschen durch Gewalt umgekommen.


Hamburg - Ersten Berichten zufolge handelte es sich bei der Attacke um einen Selbstmordanschlag. Der Attentäter rammte mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug offenbar ein Zelt, in dem sich die Trauernden bei einer Beerdigung im überwiegend schiitischen Stadtteil Sadr City versammelt hatten. Neben den bislang 65 bestätigten Todesopfern wurden offenbar Dutzende weitere Menschen verletzt. In der Umgebung des Zeltes fingen mehrere weitere Fahrzeuge Feuer, eine dichte schwarze Rauchwolke stieg über der Stadt auf.

Nur wenige Stunden vor dem Attentat in Sadr City hatte sich im Nordirak ein Selbstmordanschlag auf eine Polizeistation ereignet, bei dem elf Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden waren. Wachen war es dort zwar gelungen, einen Attentäter zu töten, aber drei weitere brachen offenbar innerhalb des Geländes Sprengstoffgürtel zur Explosion.

Zu keinem der Anschläge bekannte sich bislang eine der im Irak operierenden Terrorgruppen. Der irakische Arm von al-Qaida attackiert immer wieder schiitische Zivilisten, mit dem Ziel, die schiitisch dominierte Regierung zu destabilisieren.

Die Welle der Gewalt fällt mit den Wahlen in der autonomen kurdischen Region im Nordirak zusammen. Dort wird an diesem Wochenende über Besetzung des 111-köpfigen Regionalparlaments abgestimmt.

Die Anschläge setzen eine Serie von Gewalttaten im Irak fort, die in den vergangenen Monaten Tausende Todesopfer forderten. Es wird befürchtet, dass das Land wieder in einen dauerhaften internen Konflikt zwischen religiösen Gruppierungen abrutschen könnte, wie er den Irak in den Jahren 2004 bis 2008 erschüttert hatte. Allein im Zeitraum von April bis August 2013 wurden im Irak Uno-Zahlen zufolge 4000 Menschen Opfer von Gewalttaten. Im September gab es bislang mehr als 400 Todesopfer.

cis/AP/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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malik1986 21.09.2013
1. Unglaublich
Was sind das nur für "Menschen"? Was sind das nur für Drahtzieher? Keine Erbarmung, nichts von nichts besitzen diese Attentäter und Ihre Hintermänner. Ich hoffe und bete für das irakische Volk, das auch sie irgendwann in Ruhe und Friede leben werden!
grafzet 21.09.2013
2. @ malik1986
Wahre Worte. Dieser Vorfall ist das Paradebeispiel für die Irrationalität des Hasses. Nicht einmal die Einheimischen können einer Trauerfeier beiwohnen, ohne sich um den blinden Zorn solcher Extremisten sorgen zu müssen. Da fehlt einfach der Respekt vor dem Menschen per se. Traurig, dass Idioten so leichtfertig über das Leben und Sterben unschuldiger Menschen entscheiden können...
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