Bagdad - Bei dem Anschlag im Nordosten Bagdads sind nach Aussagen der irakischen Behörden zufolge 41 Pilger getötet worden. 106 Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt. Unter den Opfern sind den Berichten zufolge auch Frauen und Kinder. Zunächst war die Zahl der Opfer mit 16 Toten und 38 Verletzten angegeben worden.
Noch ist unklar, wer das Attentat verübt hat. Die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters berichten, im Nordosten Bagdads habe sich eine Frau in die Luft gesprengt. Die Nachrichtenagentur AP indes schreibt von einem männlichen Attentäter.
Augenzeugen beschrieben chaotische Szenen im Anschluss an die Tat. Ein riesiger Feuerball sei inmitten der Pilger zu sehen gewesen. Viele Pilger seien blutverschmiert zu Boden gegangen und hätten um Hilfe gerufen.
Der Anschlag ereignete sich, während Tausende schiitische Gläubige auf den Straßen der irakischen Hauptstadt waren. Sie brachen von Bagdad aus ins 80 Kilometer entfernte Kerbela auf, wo ein schiitisches Gedenkfest stattfindet. Anlass ist das Ende der 40-tägigen Trauerzeit nach dem Aschura-Fest zum Todestag des Imam Hussein. Mit dem Tod dieses Enkels des Propheten Mohammed wurde im siebten Jahrhundert die Spaltung der schiitischen und sunnitischen Glaubensrichtung im Islam besiegelt.
Bagdad war zuletzt wieder vermehrt Schauplatz von Anschlägen. Allein in der vergangenen Woche wurden dort mehrere Attentate verübt, bei denen zahlreiche Menschen starben. Beobachter vermuten einen Zusammenhang mit den im März anstehenden Parlamentswahlen, die Aufständische verhindern wollen. Die neu entfachte Welle der Gewalt droht auch die Pläne der USA für einen baldigen vollständigen Abzug aus dem Golfstaat zu gefährden.
anr/AP/Reuters/AFP
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