Anschlag in Bagdad Selbstmordattentäter tötet mehrere Menschen auf Beerdigung

Eine Trauerfeier in Bagdad, an der Mitglieder der regierungsnahen Sahwa-Bewegung teilnahmen, hat ein jähes Ende gefunden. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich in die Luft - mindestens acht Menschen kamen ums Leben.


Bagdad - Ein Attentäter hat sich während einer Beerdigung nördlich von Bagdad mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt. Wie viele Menschen bei dem Anschlag in Tadschi getötet wurden, ist noch unklar: Mindestens acht Menschen seien gestorben und weitere 23 verletzt worden, berichtete die irakische Nachrichtenseite Al-Mada und berief sich auf Sicherheitskräfte. Die Nachrichtenagentur AP zitiert offizielle Quellen, die von mindestens zehn Toten berichten.

Die Trauergesellschaft habe um ein Mitglied der regierungsnahen Sahwa-Bewegung getrauert, meldet dpa. Laut AP sei der Vater zweier Mitglieder dieser Bewegung betrauert worden. Die sunnitische Gruppe wird von Extremisten als "ungläubig" betrachtet, weil sie die von Schiiten dominierte irakische Regierung unterstützt.

Am Montagmorgen waren bereits vier Menschen bei einer Explosion in der nordirakischen Stadt Al-Ishaki gestorben. Zu beiden Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Extremisten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verüben jedoch regelmäßig Anschläge auf Sicherheitskräfte. Im Norden und Westen des Landes hat die Miliz große Teile des Landes unter Kontrolle gebracht.

Über Weihnachten waren die USA und ihre Verbündeten mit massiven Luftschlägen gegen Stellungen des IS vorgegangen. Allein am Freitag seien 39 Angriffe geflogen worden, teilte die Allianz mit. In Syrien seien 19 Ziele und 20 weitere im Irak bombardiert worden.

An den Luftschlägen sind neben den USA mehrere arabische Staaten beteiligt, darunter auch Jordanien. Die jüngsten Angriffe gegen den IS in Syrien konzentrierten sich nach Angaben der Allianz auf Gebäude und Stellungen nahe der Stadt Kobane. Dabei seien auch zwei große IS-Verbände getroffen worden.

Die USA und ihre Verbündeten fliegen seit August Luftangriffe gegen Stellungen der Dschihadisten, zunächst im Irak, seit Ende September auch in Syrien. In den ersten 120 Tagen der Bombardements wurden im Durchschnitt neun Angriffe pro Tag geflogen.

vek/dpa/AP

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