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Irak und Afghanistan Iran soll Waffen an US-Gegner geliefert haben

Militärparade in Teheran: "Sie wollen uns hier raushaben"Zur Großansicht
REUTERS

Militärparade in Teheran: "Sie wollen uns hier raushaben"

Hat Iran Aufständische im Irak und in Afghanistan mit Waffen versorgt? Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf hochrangige US-Beamte. Konkrete Beweise für die Anschuldigung bleiben die Amerikaner schuldig, bedrängt fühlen sie sich allemal.

Hamburg - Die iranischen Revolutionsgarden haben offenbar in den vergangenen Monaten neue Waffen in den Irak und nach Afghanistan geliefert. Das berichtet das "Wall Street Journal" ("WSJ") unter Berufung auf hochrangige US-Beamte. Ziel der Aktion sei es gewesen, den Rückzug der amerikanischen Truppen aus beiden Ländern zu beschleunigen. Die Revolutionsgarden sind die iranische Elite-Militäreinheit, deren wichtigste Aufgabe der Schutz des Regimes in Teheran ist.

Offenbar hat Iran an seine verbündeten Milizen im Irak Geschosse geschmuggelt, mit denen bereits US-Soldaten getötet wurden. Im Juni kamen 15 Amerikaner im Irak ums Leben - so viele binnen eines Monats wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Die USA führten die Angriffe auf schiitische Milizen zurück, die nach Meinung der Regierung eher von den iranischen Revolutionsgarden als von al-Qaida oder sunnitischen Gruppen ausgebildet wurden.

Außerdem soll Iran die Taliban in Afghanistan mit Langstreckenraketen beliefert haben. Mit diesen seien die Aufständischen in der Lage, die ausländischen Truppen aus einer sichereren Distanz zu attackieren, schreibt das "WSJ". Allerdings gehen die USA nach Angaben der Zeitung davon aus, dass die iranische Beteiligung in Afghanistan deutlich geringer ist als im Irak.

"Sie wollen, dass wir gehen"

Sollte der Bericht über die Waffenlieferungen stimmen, würde dies den Kampf um Einfluss im Nahen Osten und auch in Nordafrika verschärfen. Dieser wird seit längerem zwischen den USA und Iran ausgefochten - bislang ohne Ergebnis. Nach Angaben von US-Beamten, die vom "WSJ" zitiert werden, hat Iran in den vergangenen Monaten seine Geheimdienst- und Propagandaaktivitäten in Ägypten, Bahrain und Jemen verstärkt - alles Länder, in denen pro-amerikanische Regierungschefs gestürzt oder zumindest unter starken Druck gerieten.

Allerdings hat die US-Regierung nicht nur mit den Folgen der Umbrüche in Nordafrika zu kämpfen. Präsident Barack Obama muss auch den Abzug der letzten Truppen aus dem Irak und die Reduzierung der US-Kontingente in Afghanistan organisieren. Beide Kriege sind in den USA äußerst unbeliebt - und verschlingen gigantische Geldbeträge. Im kommenden Jahr stehen Präsidentschaftswahlen an, bei denen Obama um seine Wiederwahl fürchten muss.

Iran versucht offenbar, aus der unübersichtlichen Lage und den Problemen der USA Kapital zu schlagen - indem das Land versucht, die Truppenabzüge zu beschleunigen und für die Amerikaner so schmerzhaft wie möglich zu gestalten. So sagte etwa James Buchanan, Sprecher der US-Truppen im Irak laut "WSJ": "Ich glaube, dass uns die von Iran unterstützten Gruppen weiterhin stark attackieren werden." Und im Hinblick auf die iranische Rolle in Afghanistan wird ein US-Beamter wie folgt zitiert: "Sie unterstützen die Taliban, weil sie uns hier raushaben wollen."

böl

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insgesamt 123 Beiträge
Bre-Men 02.07.2011
Was wäre denn da so schlimm. Haben nur die USA die Lizenz zum Töten?
Was wäre denn da so schlimm. Haben nur die USA die Lizenz zum Töten?
slider 02.07.2011
Der Iran macht nichts anderes, was der Westen seit Jahrzehnten macht. Das letzte Beispiel, wo sich keiner entrüstete, ist die Waffenlieferung Frankreichs an die Rebellen in Libyen.
Zitat von sysopHat Iran*Aufständische im Irak und*in Afghanistan mit Waffen versorgt? Das*berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf hochrangige US-Beamte.*Konkrete Beweise für die Anschuldigung bleiben die Amerikaner schuldig, bedrängt fühlen sie sich allemal. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,771963,00.html
Der Iran macht nichts anderes, was der Westen seit Jahrzehnten macht. Das letzte Beispiel, wo sich keiner entrüstete, ist die Waffenlieferung Frankreichs an die Rebellen in Libyen.
Die machen also genau das, was die Amis mit den Russen in Afghanistan gemacht haben. Ich nehme an, jetzt ist es verabscheuungswürdiger Terrorismus etc. und "wir" müssen den Iran "befreien".
Die machen also genau das, was die Amis mit den Russen in Afghanistan gemacht haben. Ich nehme an, jetzt ist es verabscheuungswürdiger Terrorismus etc. und "wir" müssen den Iran "befreien".
franziskus 02.07.2011
Die USA liefern Waffen an ihre Verbündeten und der Iran Waffen an die Gegner der USA. Warum ist das eine ehrenrührig und das andere nicht? Ich habe die Vermutung, dass die US-Rüstungsindustrie den "Weltrekord" im Töten [...]
Zitat von sysopHat Iran*Aufständische im Irak und*in Afghanistan mit Waffen versorgt? Das*berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf hochrangige US-Beamte.*Konkrete Beweise für die Anschuldigung bleiben die Amerikaner schuldig, bedrängt fühlen sie sich allemal. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,771963,00.html
Die USA liefern Waffen an ihre Verbündeten und der Iran Waffen an die Gegner der USA. Warum ist das eine ehrenrührig und das andere nicht? Ich habe die Vermutung, dass die US-Rüstungsindustrie den "Weltrekord" im Töten von Menschen hält. Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und durch nichts zu entschuldigen.
KrC 02.07.2011
Wo wäre das Problem sollte es so sein? Gleiches Recht für alle, die Amis lieferten an diverse Organisationen (die sie eigentlich alle jetzt wieder bekämpfen dürfen) Waffen um den Sowjets eins auswischen zu können. Der Iran kriegt [...]
Wo wäre das Problem sollte es so sein? Gleiches Recht für alle, die Amis lieferten an diverse Organisationen (die sie eigentlich alle jetzt wieder bekämpfen dürfen) Waffen um den Sowjets eins auswischen zu können. Der Iran kriegt so die gleichen Daten über die Leistungsfähigkeit seiner Waffen und vllt noch nen paar € für die Entwicklung der nächsten Generationen. Das heulen über Verluste ist nichts weiter als ne Scheinheilige PR Aktion seitens der Amis um weiter Stimmung zu machen... aber nett das der Spiegel mal wieder als längeres Instrument der US Regierung solche Aktionen supported.
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 73,974 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Mahmud Ahmadinedschad

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Republik Iran
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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Chronik
AFP
Im Zweiten Weltkrieg gilt der monarchische Staat Iran als Freund der Achsenmächte. Britische und sowjetische Truppen besetzen daher 1941 das Land. Resa Schah muss abdanken. Die Alliierten inthronisieren seinen Sohn Mohammed Resa . Wegen seiner proamerikanischen Reformpolitik gerät der Schah erstmals 1963 in die Kritik von Ajatollah Ruhollah Chomeini, einem damals hochrangigen religiösen Führer, den die Regierung ein Jahr später in die Türkei abschiebt. Chomeini geht schließlich in den Irak. Dort bleibt er 13 Jahre und entwickelt er das Staatsmodell des islamischen Staates. Mit seiner repressiven Politik und seinem dekadenten Herrschaftsstil bringt der Schah eine wachsende Opposition aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Schichten gegen sich auf.





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