Verwüstung von Museum durch IS Unesco fordert Krisensitzung des Uno-Sicherheitsrats

IS-Milizen zerstören antike Kunstschätze im Irak, nun schlägt die Unesco Alarm: Die Hüterin des Weltkulturerbes hat eine Krisensitzung des Uno-Sicherheitsrats beantragt.


Mossul - Nachdem die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) antike Kulturschätze im Nordirak zerstört hat, hat die Unesco eine Krisensitzung des Uno-Sicherheitsrats gefordert.

"Dieser Angriff ist weit mehr als eine kulturelle Tragödie - dies ist auch eine Sicherheitsfrage", sagte die Unesco-Direktorin Irina Bokova. Die Tat befördere Sektierertum, gewaltsamen Extremismus und den Konflikt im Irak. Sie habe daher eine Krisensitzung des Sicherheitsrats zu der Zerstörung des irakischen Kulturerbes als Bestandteil der Sicherheit des Landes beantragt.

In einem am Donnerstag vom IS veröffentlichten Video sind Extremisten im Museum von Mossul zu sehen, wie sie jahrtausendealte Statuen von ihren Podesten stoßen und mit Vorschlaghämmern in Stücke schlagen.

Ein bärtiger Extremist sagt in dem Video, die zerstörten Statuen seien früher an der Stelle Gottes angebetet worden. Er rechtfertigte die Taten damit, dass auch der islamische Prophet Mohammed in Mekka Götterbilder beseitigt habe.

kry/AFP

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Chatzi 27.02.2015
1. Die sind sowas von irre und saudumm!
Es zeigt sich mal wieder, zu was Menschen ohne jedwede Bildung alles fähig sind. Einfach ungeheuerlich ist das!
melmag 27.02.2015
2. Die Geister, die ich rief...
Diesr Leute sind das Ergebnis des kurzsichtigen und egoistischen Spiels der amerikanischen Regierung. Der Irakkrieg hat diese Gegend komplett destabilisiert und unregierbar gemacht. Zynische Erkenntnis..: werden die Diktatoren noch sehr vermissen. Die haben dieses Gesindel kurz und uns vom Hals gehalten.Der arabische Frühling geht direkt in den Winter über.
wintergreen 27.02.2015
3. Propaganda?
Ich könnte mir vorstellen, dass die beschränkten, aber bekanntlich bauernschlauen und geschäftstüchtigen "Kalifats-Anhänger" zu Propagandazwecken einige Statuen zerschlagen und die restlichen Antiquitäten und Kunstschätze unter der Hand gewinnbringend verkaufen. Diese absichtlich spektakuläre Zerstörungs-Show müsste eigentlich jede Menge interessierter Käufer anlocken. Es würde zur Mentalität des IS passen, wenn die UNESCO, einige Staaten und Institutionen die Kunstschätze letztlich "freikaufen" müssten. Ich denke, die Jungs vom IS brauchen Geld für die Kriegskasse, die Geschäfte und Spenden laufen vielleicht nicht mehr so gut wie auch schon. Was für eine triste, zynische Show!
Christianp_3 27.02.2015
4. Mehr als eine kulturelle Katastrophe
Warum schreiben eigentlich einige Foristen immer wieder, dass es sich bei den Verursachern solcher Taten um Leute handelt, die ohne Bildung sind? Das schlimme ist doch, dass viele der IS-Leute durchaus gebildet sind und das Argumentationsmuster eines ungebildeten Pöbels, der stumpfsinnig Kulturgüter zerstört, greift einfach nicht. Genau mit diesem Problem müssen wir uns aber auseinandersetzen und uns Fragen, auf welche Grundlage sich diese faschistoide Gruppe beruft. Nichtwissen als Erklärungsmodell greift hier einfach zu kurz. Der IS weiß nämlich ganz genau was er dort betreibt: Dies ist ein kulturgeschichtlicher Genozid!
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