Irak US-Armee prüft angeblichen Senfgas-Angriff des IS

Die Terrormiliz IS soll amerikanische und irakische Soldaten mit einer mit Senfgas gefüllten Rakete beschossen haben. Das Pentagon überprüft jetzt die an der Waffe gefundenen Substanzen.

Irakischer Soldat
AP

Irakischer Soldat


Die Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) hat möglicherweise im Irak chemische Waffen gegen amerikanische und einheimische Soldaten eingesetzt. Der Luftwaffenstützpunkt Kayyarah West sei bereits am Dienstag getroffen worden, teilte das US-Verteidigungsministerium am Mittwoch mit.

Ein erster Test auf Giftstoffe habe ein positives Ergebnis auf Senfgas gezeigt. Es habe keine Opfer gegeben, da das Geschoss "unpräzise und primitiv" verarbeitet worden sei, heißt es in einer Mitteilung an die Deutsche Presse-Agentur. Ein zweiter Test habe den Verdacht aber nicht bestätigen können, weswegen nun eine gründliche Laboranalyse vorgenommen werde.

Auf dem Stützpunkt sind derzeit mehrere hundert US-Soldaten mit irakischen Armeeangehörigen an Bauarbeiten beteiligt. Dort laufen nach Angaben des US-Senders CNN Vorbereitungen für einen Angriff auf die IS-Hochburg Mossul.

Die Vereinten Nationen und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) werfen dem IS bereits seit längerem vor, Senfgas in Syrien eingesetzt zu haben. Der Bundesregierung lagen im vergangenen Jahr erstmals Belege vor, dass der IS im Nordirak mindestens einmal Senfgas eingesetzt hat.

als/dpa/

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