Irak USA beenden Suche nach Massenvernichtungswaffen

In aller Stille haben die USA knapp zwei Jahre nach dem Beginn des Irak-Krieges die Suche nach Massenvernichtungswaffen eingestellt - ohne jeglichen Fund. Die angebliche Existenz der Waffen war als Kriegsgrund ausgegeben worden.


Kriegsvorbereitung im März 2003: Ein US-Soldat rüstet sich gegen angenommene Massenvernichtungswaffen
DDP

Kriegsvorbereitung im März 2003: Ein US-Soldat rüstet sich gegen angenommene Massenvernichtungswaffen

Washington - Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Washington Post". Allerdings befinde sich die für die Suche zuständige Expertengruppe unter der Leitung des CIA-Mannes Charles Duelfer noch im Irak. Sie sammle Informationen für den Abschlussbericht.

Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf US-Regierungsbeamte vom Ende der Suche nach den Massenvernichtungswaffen und der Rückkehr der Experten in die USA berichtet. Die zunehmende Gewalt im Irak und ein Mangel an neuen Hinweisen auf die vermuteten Waffen hätten bereits vor Weihnachten dazu geführt, dass die Suche aufgegeben wurde.

Die Experten hätten alle möglichen Personen mit Verbindungen zu früheren Waffenprogrammen befragt und alle potenziellen Lagerorte durchsucht. "Wir haben mit so vielen Leuten gesprochen, dass jemand etwas gesagt hätte", zitierte die Zeitung einen Beamten. "Wir haben nichts gefunden, was dem bisherigen Bild ... widersprochen hätte."

Mit der Existenz von Vorräten an biologischen und chemischen Waffen hatte die US-Regierung die Irak-Invasion zum Sturz des Machthabers Saddam Hussein hauptsächlich begründet.

Der im September von der Gruppe veröffentlichte vorläufige Bericht an den US-Kongress werde mit leichten Ergänzungen im Frühjahr als Abschlussreport veröffentlicht. Der September-Bericht Duelfers hatte nahezu jeden Verdacht widerlegt, den die Bush-Regierung vor dem Krieg gehegt hatte.

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