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Irak: Verlustreichstes Jahr für US-Truppen

Noch nie seit Beginn der Invasion im Irak sind so viele US-Soldaten in einem ganzen Jahr gestorben wie 2007 allein bis November. Viele fallen Bomben zum Opfer. Vor drei Jahren wurden die meisten noch in konventionellen Gefechten getötet.

Washington - Diese Website führt eine traurige Liste: Icasualties.org. Sie registriert minutiös umgekommene GIs und andere Opfer im Irak. Jetzt wartet der privat betriebene Internetauftritt mit einem neuen Rekord auf - dem bisherigen Höchststand getöteter US-Soldaten pro Jahr an Tigris und Euphrat seit 2003, dem Beginn der Invasion.

Trauerfeier für getöteten Soldaten Jeffrey J. Hansen: Nichte Addison Hansen mit US-Flagge.
AP

Trauerfeier für getöteten Soldaten Jeffrey J. Hansen: Nichte Addison Hansen mit US-Flagge.

Seit Jahresanfang sind mindestens 851 amerikanische Soldaten ums Leben gekommen, meldet die "Washington Post" am Dienstag unter Berufung auf Icasualties.org. Bislang war 2004 das Jahr, in dem die US-Streitkräfte die meisten Soldaten verloren. Damals kamen den Angaben zufolge 849 Militärangehörige um.

Die Art und Weise, wie die amerikanischen Soldaten sterben, zeigt auch die veränderte Militärstrategie der Aufständischen. Viele der Opfer in diesem Jahr fielen laut dem Zeitungsbericht ferngezündeten Bomben am Straßenrand zum Opfer, die den US-Streitkräften zu schaffen machen, weil sie nur schwer aufzuspüren sind. Vor drei Jahren seien hingegen vergleichsweise mehr amerikanische Soldaten in konventionellen Gefechten getötet worden.

Seit Beginn der US-Invasion im März 2003 starben 3.856 Soldaten. Noch in der vergangenen Woche hatte der stellvertretende Befehlshaber der US-Truppen im Irak, Generalleutnant Raymond Odierno, von einem über fünf Monate wahrnehmbaren Rückgang der Verluste berichtet. Seit Juni wiesen die Zahlen nach unten. Vor allem ist die Zahl der Bombenanschläge merklich gesunken.

Durch die von Präsident George W. Bush verfügte Truppenaufstockung befinden sich derzeit den Angaben zufolge rund 165.000 US-Soldaten im Irak, so viele wie nie zuvor. Rund 30.000 zusätzlich entsandte Soldaten sollen allerdings bis zum Juli kommenden Jahres wieder abgezogen werden.

sev/Reuters

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