Gewalt im Irak Viele Tote bei Autobomben-Anschlägen in Bagdad

Mindestens 19 Menschen sind in der Hauptstadt Bagdad ums Leben gekommen, als kurz hintereinander vier Autobomben detonierten. Dutzende wurden verletzt.


Bagdad - Eine Serie von Autobombenanschlägen hat am Samstag die irakische Hauptstadt Bagdad erschüttert. Mindestens 19 Menschen wurden dabei Behörden zufolge getötet, weitere 70 verletzt. Die Sprengsätze wurden offensichtlich koordiniert gezündet. Betroffen waren hauptsächlich von Schiiten bewohnte Viertel der Metropole.

Laut Polizei ist eine der Autobomben in einer Einkaufsstraße im Südosten Bagdads detoniert und riss vier Menschen in den Tod. Wenige Minuten später soll in der Nähe eines Restaurants in einem Vorort der Hauptstadt der nächste Sprengsatz explodiert sein und drei Menschen getötet haben. Bei zwei weiteren Detonationen sind demnach acht weitere Menschen ums Leben gekommen.

Bekannt hat sich zu der Anschlagsserie bislang niemand. Laut der Nachrichtenagentur AP haben die Taten jedoch Ähnlichkeiten mit ähnlichen Terrorakten einer vom Terrornetzwerk al-Qaida abgespaltenen Gruppe. Deren Ziel sei es demnach, mit Autobomben und Selbstmordanschlägen an öffentlichen Orten das Vertrauen in die Regierung zu schwächen.

Die Zahl der Terrorakte ist im Irak in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, das Land wird seit Monaten von einer Welle der Gewalt überzogen. 2013 kamen bei Bombenanschlägen und anderen Attacken mehr als 8000 Zivilisten ums Leben.

Hunderttausende Menschen waren daher zuletzt auf der Flucht. Genährt wird der Konflikt vom Bürgerkrieg im benachbarten Syrien und von der Wut der sunnitischen Minderheit auf die schiitisch dominierte Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Viele Sunniten werfen Maliki vor, sie politisch und wirtschaftlich bewusst zu benachteiligen.

mxw/dpa/AP



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