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Atomabkommen mit Iran: Obama dankt Putin

US-Präsident Obama: Washington würdigt Moskaus Mitwirken am Atom-Deal mit Iran Zur Großansicht
AP/dpa

US-Präsident Obama: Washington würdigt Moskaus Mitwirken am Atom-Deal mit Iran

Barack Obama und Wladimir Putin sind sich ausnahmsweise mal einig: Bei einem gemeinsamen Telefonat haben beide Staatschefs das Atomabkommen mit Iran gelobt. Der US-Präsident dankte seinem Amtskollegen für die russische Mithilfe.

Die USA und Russland präsentieren ungewohnte Einigkeit: US-Präsident Barack Obama hat Kremlchef Wladimir Putin in einem Telefonat für seinen Einsatz bei den Verhandlungen um das iranische Atomabkommen gedankt. Beide Staatsmänner lobten das Abkommen als historische Einigung, die Teheran vom Bau einer Atombombe abhalten werde, teilte das Weiße Haus mit.

Putin und Obama versprachen einander nach Angaben aus Washington, auch bei der Umsetzung des Iran-Deals weiter in engem Kontakt zu bleiben. Die Staatschefs sagten zu, auch bei der Entschärfung des Syrien-Konflikts zusammenarbeiten zu wollen.

Außerdem hätten Obama und Putin den Wunsch geäußert, auf einen Abbau regionaler Spannungen, insbesondere im Bürgerkriegsland Syrien, hinzuarbeiten, hieß es weiter. Der Ukraine-Konflikt wurde in der Mitteilung nicht erwähnt.

Die USA brachten nach Angaben aus Diplomatenkreisen am Mittwoch einen Resolutionsentwurf in den Uno-Sicherheitsrat ein, um das Abkommen von Wien formal zu billigen. Der Text würde die bisherigen Uno-Resolutionen zum iranischen Atomprogramm ersetzen. Ein Votum im Sicherheitsrat könnte den Angaben zufolge am Montag oder Dienstag erfolgen. Eine Zustimmung gilt als sicher.

syd/dpa/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1.
lillime2 16.07.2015
"Außerdem hätten Obama und Putin den Wunsch geäußert, auf einen Abbau regionaler Spannungen, insbesondere im Bürgerkriegsland Syrien, hinzuarbeiten, hieß es weiter." (Zitat) Endlich kommen sie zur Vernunft und nehmen das grösste Problem in Angriff, die ISIS-Mafia. Gott sei Dank. Hoffentlich funken die evangelikalen Republikaner nicht dazwischen. Vielen Dank, Obama!!
2. Gut so!
lillime2 16.07.2015
"Außerdem hätten Obama und Putin den Wunsch geäußert, auf einen Abbau regionaler Spannungen, insbesondere im Bürgerkriegsland Syrien, hinzuarbeiten, hieß es weiter." (Zitat) Endlich kommen sie zur Vernunft und nehmen das grösste Problem in Angriff, die ISIS-Mafia. Gott sei Dank. Hoffentlich funken die evangelikalen Republikaner nicht dazwischen. Vielen Dank, Obama!
3. ein Funken Hoffnung
leos-amigo2 16.07.2015
Hoffentlich ist es nur der Anfang, denn zusammen können diese Staatschefs die meisten Probleme lösen. Die Welt wird auf jeden Fall sicherer, wenn Russland und USA endlich erlich zusammen arbeiten und ihre "Kindergartenrivalität" vergessen.
4. Es sei ihnen gegönnt
frederic_1618 16.07.2015
dass nun -und wenn es nur für ein paar Jahre sein wird- ein klein wenig Ruhe in 'middle-east' einkehrt und, dass sie es sich auf ihre Fahnen schreiben. Es sollte aber auch nicht übersehen werden, dass unser Chefdiplomat hier wohl auch an den entscheidenden Fäden gezogen hat. Bemerkenswert und ärgerlich bleibt, dass die USA, und das gilt nicht nur für den vorliegenden Fall 'Iran' sehr geschickt spalten und dem europäischen 'Kraut' mal so nebenbei die Rolle des bad-cop zuschreiben und wir in 'Kieslingscher devoter Haltung' alles tun, dass wir auch diesen job ordentlich erfüllen. Beim Kasse machen darf 'uncle sam' wohl alles, und vor allem auch seine NATO-Partner blöd dastehen lassen.
5.
kuac 16.07.2015
Welche Gründe? 80 Milionen Menschen, Durschnittsalter 27 Jahre. Mit weiteren Sanktionen sitzt das Land auf einem Pulverfass. Besser so, ohne Sanktionen das Land wirtschaftlich entwickeln. Die Bombe werden sie vermutlich irgendwann sowieso bauen. Aber nicht jetzt.
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Uran und Atomwaffen
Uran
Uran eignet sich sowohl für die Energiegewinnung als auch für den Einsatz in Atomwaffen. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Der Ausgangsstoff Uranerz besteht zu rund 99,3 Prozent aus Uran 238; das spaltbare Uran 235 macht nur etwa 0,7 Prozent aus. Für die Nutzung in Kernreaktoren muss der Anteil von Uran 235 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent notwendig.
Anreicherung
Uranerz wird nach dem Abbau zunächst zu einem gelblichen Pulver verarbeitet, dem sogenannten Yellowcake. Es dient zur Herstellung von Brennelementen für Reaktoren, kann aber zwecks Anreicherung auch in Uran-Hexafluorid (UF6) umgewandelt werden, das bis 56 Grad Celsius in kristalliner Form vorliegt und darüber gasförmig ist.

Die meisten Anreicherungsanlagen weltweit basieren auf der Gasdiffusion: Gasförmiges Uran-Hexafluorid wird durch halbdurchlässige Membrane gepresst, wobei sich das Uran 235 vom Rest trennt. Das Verfahren gilt inzwischen jedoch aufgrund seines hohen Energiebedarfs als veraltet.

Eine modernere Methode ist die Gaszentrifuge, an der auch in Iran experimentiert wird. Bei ihr macht man sich den Massenunterschied zwischen beiden Uran-Isotopen zunutze: Wird Uran-Hexafluorid in die Zentrifugen gegeben, sammeln sich die schwereren Uran-238-Moleküle bei bis zu 70.000 Umdrehungen pro Minute außen in den Zylindern, die Uran-235-Moleküle bleiben innen.
Einsatz in Atomwaffen
Für den Einsatz in Kernreaktoren genügt es bereits, wenn Uran 235 zu drei bis fünf Prozent in den Brennelementen angereichert ist. Ab 20 Prozent ist von hochangereichertem Uran die Rede. Für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 80 Prozent erforderlich, da sonst eine zu große Uranmenge notwendig wäre.

Uran 235 kam in der ersten jemals eingesetzten Atombombe, die am 6. August 1945 Hiroshima zerstörte, als Sprengstoff zum Einsatz. Die Sprengkraft lag bei rund 13 Kilotonnen TNT. Die Bombe, die drei Tage später auf Nagasaki abgeworfen wurde, erreichte 20 Kilotonnen TNT. In ihr kam allerdings nicht Uran zum Einsatz, sondern Plutonium 239, das per Neutronenbeschuss in Brutreaktoren aus Uran 238 gewonnen wird.

Republik Iran
Land
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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Politik
dpa
Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei (Bild), und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit August 2013 Hassan Rohani.
Leute
Corbis
Iran hat rund 75 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 76 (Deutschland ist auf Platz 5). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80 Jahren).
Wirtschaft
REUTERS
Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
Menschenrechte
REUTERS
Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).

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