Iran Ahmadinedschad feuert seine einzige Ministerin

Noch vor kurzem lobte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad die einzige Frau in seinem Kabinett. Jetzt hat er Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi entlassen. Sie war in der 34-jährigen Geschichte der Islamischen Republik das erste weibliche Regierungsmitglied.

Präsident Ahmadinedschad: Entlassung per Brief
REUTERS

Präsident Ahmadinedschad: Entlassung per Brief


Teheran - Irans Staatschef Mahmud Ahmadinedschad hat die einzige Frau in seinem Kabinett gefeuert. Das berichten übereinstimmend iranische Medien. Wie die Nachrichtenagentur AP meldete, wurde Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi entlassen, nachdem ihr Haus eine kritische Erklärung veröffentlicht hatte.

Darin soll das Ministerium moniert haben, dass die Zentralbank kein Geld für Medikamenten-Importe bereitstellen wollte. Mittel für Tierfutter, Pferdesättel und Hundehalsbänder wurden demnach aber zur Verfügung gestellt.

Die Nachrichtenagentur Isna veröffentlichte am Donnerstag einen Brief, in dem Ahmadinedschad ihre Entlassung und die Ernennung eines Übergangsministers mitteilte. Wahid-Dastdscherdi war das bisher einzige weibliche Regierungsmitglied in der 34-jährigen Geschichte der Islamischen Republik. Noch vor kurzem hatte Ahmadinedschad ihre Arbeit gelobt.

Parlamentarier hatten Ahmadinedschad bereits vorgeworfen, dass der Medizin-Bereich unterfinanziert sei.

heb/dpa/AP



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insgesamt 22 Beiträge
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grass 27.12.2012
1. Wieder alles Schwarz
Zumindest können Sie jetzt nicht mehr behaupten, dass Frauen dort nicht arbeiten dürfen und im Keller angekettet werden, wo sie von ihren bärtigen Männern gefoltert werden. Die Frau hat beim managen der Sanktion versagt. In der NYT wurden sogar Vorwürfe geäussert, dass sie iranischen Firmen die Lizenzen zur Herstellung von Medikamenten verweigert, da ihr Cousin Generalimporteur für diese Medikamente sei. Bleibt zu hoffen, dass der nächste Präsident noch mehr Frauen ins Kabinett holt. Eine Aussenministerin wäre sehr wünschenswert.
Stauss 27.12.2012
2.
Mich wundert, dass der Iran in seiner Isoliertheit nicht selbst Generika herstellt. Die Rezepturen sind doch alle bekannt, wenn die durch die Erprobung gegangen. Sehr fachkundig scheint die Ministerin nicht gewesen zu sein, dass sie hier trotz der Sanktionen nicht aktiv wurde. Ausgerechnet der Iran, der im Mittelalter den höchsten Standard an Heilkunst aller damals bekannten Länder hatte. Während man in Deutschland noch nicht einmal wusste, dass man sich vor dem Essen mit den Händen -wie damals üblich- die vorher waschen sollte.
mundi 27.12.2012
3. So ein Jammer
Zitat von sysopREUTERSNoch vor kurzem lobte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad die einzige Frau in seinem Kabinett. Jetzt hat er Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi entlassen. Sie war in der 34-jährigen Geschichte der islamischen Republik das erste weibliche Regierungsmitglied. http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-ahmadinedschad-feuert-einzige-iranische-ministerin-a-874834.html
Der Präsident hält wenig von der Frauenquote!
kstbremen 27.12.2012
4. politische unerfahrenheit
als frau im kabinet zu versagen, sagt nichts über ihre qualitäten, auch im politischen netzwerk aus. ich kenne, nach 20 jahren mittelost erfahrung, keine frau der gehobenen mittelschicht die nicht zu hause die hosen an hat und einen direkten einfluss auf ihre ferngesteuerten machos hat. das beispiel des arabischen frühlings spricht bände, auch wenn ayatollahs und muslimbrüder (vergleichbar mit dem vatikan) die zeichen der zeit verdecken wollen.
cour-age 27.12.2012
5. tja...
Zitat von StaussMich wundert, dass der Iran in seiner Isoliertheit nicht selbst Generika herstellt. Die Rezepturen sind doch alle bekannt, wenn die durch die Erprobung gegangen. Sehr fachkundig scheint die Ministerin nicht gewesen zu sein, dass sie hier trotz der Sanktionen nicht aktiv wurde. Ausgerechnet der Iran, der im Mittelalter den höchsten Standard an Heilkunst aller damals bekannten Länder hatte. Während man in Deutschland noch nicht einmal wusste, dass man sich vor dem Essen mit den Händen -wie damals üblich- die vorher waschen sollte.
was eigentlich nur belegt, wie das westlich-demokratisch-sekulare deutschland sich entwickelt hat, und wiesehr der despotisch-irrereligiöse Iran rückwärtsrudert... Sie haben das gut auf den Punkt gebracht.
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