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Iran: Ahmadinedschad nennt Holocaust einen "Mythos"

In Deutschland wäre es strafbar, was Mahmud Ahmadinedschad in immer kürzeren Abständen von sich gibt. Erneut leugnete Irans Präsident den Holocaust: Jetzt sprach er wörtlich von einem "Mythos".

Teheran - Der "Mythos vom Massaker an den Juden" sei von den westlichen Staaten "erfunden worden", um mitten in der islamischen Welt einen jüdischen Staat zu errichten, sagte Ahmadinedschad in einer Rede vor mehreren tausend Zuhörern in der Provinz Sistan-Balutschestan, die heute live im staatlichen Fernsehen übertragen wurde. "Statt das Hauptproblem (die israelischen Angriffe in Palästina) zu thematisieren, widmet der Westen sich diesem Mythos", sagte er weiter.

Mahmud Ahmadinedschad (am vergangenen Sonntag im Parlament in Teheran): "Der Westen hat eine Legende unter dem Namen 'Massaker an den Juden' erfunden"
AP

Mahmud Ahmadinedschad (am vergangenen Sonntag im Parlament in Teheran): "Der Westen hat eine Legende unter dem Namen 'Massaker an den Juden' erfunden"

Der Westen habe eine Legende geschaffen, die sie höher als Gott, die Religion an sich und die Propheten stellen würde. Ahmadinedschad wiederholte zudem seine Forderung aus der vergangenen Woche, der Staat Israel solle in eine andere Weltgegend verlegt werden. Dies könne "in Europa, den USA, Kanada oder Alaska" geschehen, fügte er hinzu.

Das frühere Mitglied der fundamentalistischen Revolutionären Garden hatte Israel bereits in der vergangenen Woche mit einem "Krebsgeschwür" verglichen, das von der Landkarte getilgt werden müsse. Zudem hatte er Deutschland und Österreich vorgeschlagen, einen Teil ihres Territoriums abzutreten, um dort einen jüdischen Staat zu errichten. "Einige europäische Länder pochen darauf, dass Hitler Millionen unschuldiger Juden in Öfen getötet hat und sie pochen darauf so sehr, dass sie jeden verurteilen und ins Gefängnis werfen, der etwas Gegenteiliges beweist", sagte er. "Wir akzeptieren diese Behauptung nicht. Aber wenn wir davon ausgehen, dass sie wahr ist, dann haben wir folgende Frage an die Europäer: 'Ist die Tötung unschuldiger jüdischer Menschen durch Hitler der Grund für eure Unterstützung für die Besatzer Jerusalems?'"

Die Äußerungen lösten weltweit Empörung aus und wurden auch vom Uno-Sicherheitsrat offiziell verurteilt. Ahmadinedschad wies die Kritik heute zurück: "Der Westen sagt, dass der iranische Präsident viele hässliche Dinge gesagt hat und unzivilisiert ist, und er verurteilt mich". An die westlichen Staaten gewandt sagte er: "Wenn (aber) eure Zivilisation Aggressionen gegen unschuldige Nationen, Unterdrückung der Stimmen für Gerechtigkeit und die Ausweitung von Armut zum Nutzen des Wohlstandes in euren Ländern einschließt, dann hassen wir eure Art von Zivilisation."

Gleichzeitig zeigte er sich entschlossen, am umstrittenen iranischen Atomprogramm festzuhalten. Die iranische Regierung werde im Atomstreit mit dem Westen nicht einen Millimeter zurückweichen.

Israel verurteilte die "extremistischen Äußerungen" Ahmadinedschads umgehend. "Wir hoffen, dass die extremistischen Äußerungen des iranischen Präsidenten der Weltgemeinschaft die Augen öffnen werden und sämtliche Illusionen über dieses Regime beseitigen", sagte der israelische Außenamtssprecher Mark Regew.

Solche Aussagen seien "voll und ganz" zu verurteilen, sie hätten keinen "Platz in einer zivilisierten politischen Debatte", sagte der britische Europaminister Douglas Alexander vor dem Europaparlament in Straßburg. Der Ko-Vorsitzende der Grünen-Fraktion Daniel Cohn-Bendit schlug vor, Iran von der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland auszuschließen. Das Land müsse international isoliert werden, dazu sei der Ausschluss aus der Weltmeisterschaft ein geeignetes Mittel. Iran hat sich für die WM qualifiziert und soll in der Gruppe D spielen.

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