Iran: Ahmadinedschad räumt schwierige Finanzlage ein

Die Sanktionen gegen Iran im Atomstreit bereiten dem Land offenbar massive finanzielle Probleme: Präsident Ahmadinedschad hat jetzt die Finanzlange als schwierig bezeichnet. "Wir stehen unter Druck, was den Haushalt angeht", sagte Ahmadinedschad.

Dubai/London - Die iranische Regierung hat eine angespannte Haushaltslage eingeräumt und Ausgabenkürzungen angekündigt. Manche Haushaltsposten seien um ein Viertel gekürzt oder gar gestrichen worden, sagte Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Dienstag der studentischen Nachrichtenagentur. Einzelheiten und Gründe nannte er nicht. "Wir stehen unter Druck, was den Haushalt angeht."

Seine Angaben könnten als Bestätigung gesehen werden, dass die internationalen Sanktionen im Atomstreit der iranischen Republik zusetzen. Die Strafmaßnahmen haben auch zu einem Einbruch der Landeswährung Rial geführt. Das iranische Parlament deutete im Kampf dagegen stärkere staatliche Kontrollen an. Der iranische Staatshaushalt ist zu zwei Dritteln von den Öl-Einnahmen des Opec-Staates abhängig. Die Europäische Union untersagte in diesem Jahr den Verkauf an die Gemeinschaft. Zudem ist Iran vom internationalen Bankensystem ausgeschlossen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagte im April ein Haushaltsdefizit von 0,3 Prozent des BIP in diesem Jahr voraus nach einem Überschuss von 0,2 Prozent im Jahr zuvor. Der IWF ging dabei jedoch davon aus, dass die Öl-Exporte um 20 Prozent zurückgehen würden. Einige Analysten vermuten jedoch, dass der Einbruch fast doppelt so hoch sein könnte.

Am Dienstag wurde eine weitere Folge der Sanktionen bekannt: Die weltgrößte Container-Reederei Maersk Line läuft keine iranischen Häfen mehr an. Dies sei gestoppt worden, sagte eine Sprecherin der zu Moeller-Maersk gehörenden Reederei. Es handele sich um "eine pragmatische Entscheidung". Die Vorteile, die sich aus einer Einschränkung der Geschäfte mit Iran ergäben, überwögen die Nachteile. Wichtiger seien gute Handelsbeziehungen mit den USA. Iran führt einen Großteil seiner Importe mit Containerschiffen und Frachtern ein. Obwohl Nahrungsmittel und Gebrauchsgüter nicht von den Sanktionen betroffen sind, schränken viele westliche Firmen ihren Handel mit der Islamischen Republik immer weiter ein.

Der Rial hat als Folge der Strafmaßnahmen besonders in den vergangenen Wochen deutlich an Wert verloren. In den zehn Tagen bis zum 2. Oktober fiel die Währung um etwa ein Drittel zum Dollar auf 37.500 Rial. Die Regierung macht Währungsspekulanten verantwortlich. Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im iranischen Parlament, Gholamresa Mesbahi-Moghaddam, sagte der Nachrichtenagentur Mehr, bislang seien 50 "Störer des Währungsmarkts" festgenommen worden. Geplant sei, alle Währungsgeschäfte außerhalb des Banken- und Wechselsystems zu kontrollieren. "Das Geheimdienst- und Innenministerium und die Polizei werden auf diesem Gebiet tätig werden", sagte Mesbahi-Maghaddam.

Iran wird verdächtigt, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück.

hen/Reuters

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alle Erpresst, Gedroht, Verleumned,
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geckox 09.10.2012
0,3 Defizit daruber würde sich Deutschland freuen und Griechenland wäre seine Gläubiger los .
0,3 Defizit daruber würde sich Deutschland freuen und Griechenland wäre seine Gläubiger los .
Grafsteiner 09.10.2012
Na ja, die EU steht nicht nur unter Druck, sondern ist voll in der Krise. Ebenfalls die USA. Iran hat eine Inflationsrate in ähnlicher Höhe wie Indien oder Pakistan (WMF). Wenn hier dargestellt wird, das der Wechselkurs zum [...]
Zitat von sysopPräsident Ahmadinedschad hat jetzt die Finanzlange als schwierig bezeichnet. "Wir stehen unter Druck, was den Haushalt angeht", sagte Ahmadinedschad. Iran: Ahmadinedschad räumt schwierige Finanzlage ein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-ahmadinedschad-raeumt-schwierige-finanzlage-ein-a-860407.html)
Na ja, die EU steht nicht nur unter Druck, sondern ist voll in der Krise. Ebenfalls die USA. Iran hat eine Inflationsrate in ähnlicher Höhe wie Indien oder Pakistan (WMF). Wenn hier dargestellt wird, das der Wechselkurs zum Dollar die iranische Inflationsrate ist, ist dies schlichtweg falsch. Dollars sind in der Tat im Iran sicherlich durch die Sanktionen knapp, aber nicht der Renminbi oder Rupie, Rupiah oder Rubel. Alles frei konvertierbare Währungen, über die Ölexporte abgerechnet werden können. Und ebenso die Importe. Es ist nun mal so, dass die USA und auch die EU nicht mehr die grössten Exporteure von Konsumgütern sind, sondern China. Ausgenommen Autos. Ganz im Gegenteil. die jetzigen Sanktionen stärken den Iran enorm, wenn er nun die Fabriken für die Konsumgüter bauen kann, die das Land braucht. Iran hat nun mal 80 Mio. Einwohner und ist ein genügend grosser Markt. Jetzt kommt sogar noch Syrien dazu. Jetzt stehen die eigenen Unternehmen nicht mehr in internationaler Konkurrenz und können sich aufbauen. In 4 -5 Jahren kommen dann eben LKW´s und Autos für die Region auch aus dem Iran. Für gutes Ölgeld (auch Renminbi) können die genügend ältere, erfahrene Ingenieure und Entwickler aus den Industriestaaten finden, die dort mit 50 ausgemustert wurden.
JDR 09.10.2012
Drüber mag man streiten. Wenn Deutschland ein Staatsdefizit hat, dann leiht es sich Geld. Die IRI dürfte "gewisse Schwierigkeiten" bekommen, sich ebenfalls Geld zu leihen. Abgesehen von der Bedrohung durch [...]
Zitat von geckox0,3 Defizit daruber würde sich Deutschland freuen und Griechenland wäre seine Gläubiger los .
Drüber mag man streiten. Wenn Deutschland ein Staatsdefizit hat, dann leiht es sich Geld. Die IRI dürfte "gewisse Schwierigkeiten" bekommen, sich ebenfalls Geld zu leihen. Abgesehen von der Bedrohung durch Sakntionen muss jede Bank auch das Risiko eines "Totalverlustes" der Investitionen zunehmend in Betracht ziehen. Davon abgesehen spricht die iransiche Moral dagegen den Staatshaushalt vom ausländischen Krediten abhängig zu machen. Es wäre schon sehr "amüsant", wenn die IRI ihr "Autarkieprogramm" damit finanziert, dass sie beginnt, sich an ausländische Banken zu verkaufen ... ^^
eulenspiegel_neu 09.10.2012
Hier spielt sich ein Lehrstück ab, wie man die einfachen Bürger durch die sogenannte Weltgemeinschaft für die Regierungspoltik bestraft und verarmen läßt. Als ob das Volk seine Führer so einfach ersetzen könnte. Israel soll erst [...]
Hier spielt sich ein Lehrstück ab, wie man die einfachen Bürger durch die sogenannte Weltgemeinschaft für die Regierungspoltik bestraft und verarmen läßt. Als ob das Volk seine Führer so einfach ersetzen könnte. Israel soll erst einmal seine Atomwaffen bekannt geben und warum soll denn der Iran keine A-Waffen haben? Wenn selbst Pakistan die Welt in Schutt und Asche legen kann und sich niemand aufregt, dass die USA diesen Leuten beim Bau der A-Waffen geholfen haben, warum regt sich die Welt dann über den Iran auf? Die Verlogenheit der westlichen Politik, die man im Zusammenhang mit der kriegslüsternen israelischen Regierung sehen muß, sollte endlich in die Köpfe der Bevölkerung eingang finden. Die vom Westen und Israel initiierte Inflationspolitik für den Iran ist mehr als skandalös ...
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  • Dienstag, 09.10.2012 – 19:26 Uhr
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 74,962 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Mahmud Ahmadinedschad

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