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Iran: Ahmadinedschad reagiert gelassen auf Clintons Drohung

Hilary Clintons Warnung ließ er an sich abperlen: Die US-Senatorin hatte Irans Präsident mit militärischer "Auslöschung" gedroht, sollte er Israel mit Atomwaffen angreifen. Ahmadinedschad antwortete, keine Weltmacht werde es schaffen, Irans Widerstand zu brechen.

Teheran - Im einer Wahlkampfrede drohte Hillary Clinton Iran mit militärischer "Auslöschung", sollte das Regime Israel mit Atomwaffen angreifen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad reagierte auf diese Drohung gelassen. "Solange die iranische Nation Widerstand leistet, wird es keine Weltmacht schaffen, diesen Widerstand zu brechen", sagte er nach Angaben des Nachrichtensenders Chabar.

Irans Präsident Ahmadinedschad: Geheimprogramm zur Urananreicherung
AFP

Irans Präsident Ahmadinedschad: Geheimprogramm zur Urananreicherung

Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms den Bau von Atomwaffen anzustreben. Der iranische Präsident hatte in der Vergangenheit mehrfach mit Drohungen gegen den Staat Israel für Aufsehen gesorgt.

Aktuell gibt sich Irans Präsident recht kooperativ: Gemeinsam mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) will Ahmadinedschad Vorwürfe klären, er habe die Entwicklung von Nuklearwaffen geplant. Nach Angaben von IAEA-Sprecherin Melissa Fleming sollen Gespräche dazu im Mai stattfinden.

Ranghohe Vertreter der iranischen Regierung hatten sich am Montag und Dienstag mit dem stellvertretenden IAEA-Direktor Olli Heinonen getroffen. Die Bereitschaft Teherans, die Vorwurfe zu diskutieren, wurde als positives Zeichen gewertet.

Noch am 13. April hatte der Chef des iranischen Atomprogramms, Gholam Resa Aghasadeh, ein geplantes Treffen mit dem IAEA-Chef Mohamed al-Baradei kurzfristig abgesagt. Das Treffen galt als Test, ob Iran die Ermittlungen der IAEA zum mutmaßlichen militärischen Atomprogramm weiter behindern würde.

Der IAEA liegen Geheimdienstinformationen aus den Vereinigten Staaten und anderen Ländern vor. Danach experimentierte Iran mit einem geheimen Programm zur Urananreicherung, das mit einem Raketenprojekt in Verbindung gebracht wurde. Außerdem soll es Pläne für die Modifizierung von Raketen gegeben haben, damit diese Atomsprengköpfe tragen können. Iran soll auch Bauteile im Ausland bestellt haben, die für den Bau von Atomwaffen gebraucht werden könnten.

Die iranische Führung gibt nach Einschätzung von Beobachtern dem schwarzen US-Senator und Clinton-Konkurrenten Barack Obama den Vorzug, auch wenn sie dies nicht offen zugibt. Obama schlägt weniger scharfe Töne gegen Teheran an. In einem Interview sagte Obama gleichwohl, dass er im Falle seiner Wahl keine Option - also auch nicht die militärische - ausschließen wolle, um Iran am Bau und dem Gebrauch von Nuklearwaffen zu hindern.

ssu/AP/dpa

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