Iran Ahmadinedschad will Israel nach Nordamerika umsetzen

Die Hetze gegen Israel ist traditioneller Bestandteil des Kuds-Tages in Iran. Staatschef Ahmadinedschad forderte dabei erneut, Israel von der Landkarte zu tilgen. Dieses Mal schlug er vor, den Staat nach Alaska oder Kanada umzusetzen.


Teheran - Es ist jedes Jahr das gleiche Ritual: Am Al-Kuds-Tag ziehen in staatlich organisierten Massendemonstrationen Iraner durch die Straßen Teherans und hetzen gegen Israel. Präsident Mahmud Ahmadinedschad schürt die Stimmung mit entsprechenden Ansprachen. Heute hat er im Rundfunk den Widerstand seines Landes gegen Israel "bis zur Befreiung von ganz Palästina" bekräftigt. "Das iranische Volk und andere Völker werden nicht eher ruhen, bis das gesamte palästinensische Territorium befreit ist." Die Welt solle nicht glauben, dass Iran oder andere Länder "ihre Hände von der Kehle der Zionisten und ihrer Anhänger nehmen", sagte Ahmadinedschad.

Mahmud Ahmadinedschad: "Die Hände an der Kehle der Zionisten"
REUTERS

Mahmud Ahmadinedschad: "Die Hände an der Kehle der Zionisten"

Ein weiteres Mal forderte Ahmadinedschad die "Umsetzung" des gesamten Staates Israel vom Nahen Osten nach Nordamerika. "Kanada und Alaska haben derart große Landschaften, warum können die Israelis nicht einfach dorthin umgesetzt werden und sich dort mit den jährlichen Zuwendungen von 30 bis 40 Milliarden Dollar eine neue Existenz aufbauen." Der iranische Staatschef hatte schon vor zwei Jahren einen ähnlichen Vorschlag zur "Entfernung des Staates Israel aus der islamischen Welt" unterbreitet. Unter anderem hatte er gefordert, den neuen israelischen Staat auf deutschem oder österreichischem Boden zu errichten.

Am al-Kuds-Tag (Jeruselem-Tag) demonstrieren die Iraner seit 1979 ihre Solidarität mit den Palästinensern.

In seiner Rede stellte der iranische Staatschef auch das Ausmaß des Holocaust erneut in Frage. Iran "betrachtet Hitler und die Henker des Zweiten Weltkriegs als schwarze und dunkle Gestalten", sagte er. "Aber die iranische Nation hat eine Frage, und so lange es darauf keine klare und vernünftige Antwort gibt, wird sie bestehen bleiben." Zehntausende Iraner marschierten durch die Straßen der Hauptstadt und skandierten "Tod für Israel". Auf Bannern stand zu lesen: "Tod den Vereinigten Staaten" und "Palästina wird nur durch Kampf und Glauben frei". Eine junge Frau hatte die israelische Flagge dabei. "Ich werde sie verbrennen", kündigte sie an.

Ahmadinedschad schloss unterdessen jegliche Verhandlungen über das "Recht auf Atomkraft" seines Landes aus. "Das iranische Volk ist nicht dazu bereit, am Tisch zu sitzen und über seine absoluten nuklearen Rechte zu diskutieren", sagte er.

Frankreich hatte wegen des umstrittenen Atomprogramms jüngst die Europäische Union (EU) zu weiteren Sanktionen gegen Iran aufgefordert. Die Vereinten Nationen räumten Teheran vergangene Woche eine neue Frist bis November ein, um sein Programm zur Urananreicherung auszusetzen.

ler/AFP/dpa

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