Ajatollah Ali Khamenei Irans oberster Führer lehnt Gespräche über Raketenprogramm ab

Teheran könne keinem Land trauen: Ajatollah Ali Khamenei, Irans oberster Führer, sieht bei den Themen Rüstung und Nahostpolitik keinen Redebedarf mit EU-Politikern.

Ali Khamenei
AP/ Office of the Iranian Supreme Leader

Ali Khamenei


"Dieser Traum der Europäer wird sich nie realisieren": Iran will mit der Europäischen Union weder Verhandlungen über sein Raketenprogramm noch seine Nahostpolitik führen. Das sagte Irans oberster iranischer Führer, Ajatollah Ali Khamenei.

Außerdem forderte er von der Atomorganisation des Landes "schon ab morgen" mit den Vorbereitungen für eine Wiederaufnahme der unbegrenzten Urananreicherung zu beginnen. Auf die EU bezogen sagte Ali Khamenei, Iran könne keinem Land trauen und müsse sich jetzt schon auf ein Scheitern des Iran-Abkommens vorbereiten. Der Ajatollah hat laut Verfassung in allen strategischen Belangen das letzte Wort.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte Ende Mai gesagt, die Europäer seien untereinander über Maßnahmen im Gespräch, um etwa die Aktivitäten Teherans in Syrien und dessen Raketenprogramm zu bekämpfen. Dies soll jedoch auf der Basis des vorhandenen Atomabkommens geschehen.

Die USA sind aus der 2015 nach jahrelangen Verhandlungen geschlossenen Vereinbarung zur Verhinderung einer iranischen Atombombe ausgestiegen, weil sie ihnen nicht weit genug geht. Alle anderen Vertragsparteien wollen das Atomabkommen dagegen retten.

Schon nach Trumps Erklärung über den Ausstieg hatte Ali Khamenei gesagt, "Herr Trump, ich sage Ihnen im Namen des iranischen Volkes: Sie haben einen Fehler gemacht." Ali Khamenei hatte dem Atomabkommen 2015 nur widerwillig zugestimmt - und den USA wiederholt öffentlich vorgeworfen, sich nicht an die gemachten Zusagen zu halten.

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Der Ajatollah rechtfertigte auch die umstrittene Nahostpolitik des Landes. "Unsere Devise lautet: Gerechtigkeit für unterdrückte Nationen wie die Palästinenser." Darauf sei das Land auch stolz. Auch die Unterstützung für Länder wie Syrien und Irak habe nur das Ziel verfolgt, diesen Ländern im Kampf gegen Terrorgruppen zu helfen. "Aber auch dies wurde erneut von den Feinden des Irans als eine Herausforderung angesehen und als Einmischung des Irans in die inneren Angelegenheiten dieser Länder ausgelegt", sagte Ali Khamenei.

mho/dpa

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