Iran Ajatollah Chamenei greift US-Präsident Obama an

Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei hat Barack Obama in einer Rede vorgeworfen, eine Verschwörung gegen sein Land zu planen. Mit dieser Reaktion schlug er das jüngste Dialogangebot des US-Präsidenten aus.

Ajatollah Chamenei: "In der Praxis haben sie das Gegenteil getan"
AFP

Ajatollah Chamenei: "In der Praxis haben sie das Gegenteil getan"


Teheran - Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, hat den USA falsches Spiel vorgeworfen. In Widerspruch zu seinem Gesprächsangebot schmiede US-Präsident Barack Obama ein "Komplott" gegen die Islamische Republik, erklärte Chamenei am Sonntag in seiner Neujahrsrede an die Nation, die vom Staatsfernsehen übertragen wurde.

"Die neue Regierung und der neue Präsident behaupten, sie haben ein Interesse an gerechten und fairen Beziehungen", sagte Chamenei. "Sie haben Briefe geschrieben und Mitteilungen geschickt, in denen sie sagten, sie wollten die Beziehungen zur Islamischen Republik normalisieren. Aber in der Praxis haben sie das Gegenteil getan." Obama hatte dem Golfstaat vor einem Jahr einen Neuanfang im diplomatischen Verhältnis angeboten.

"Sie können nicht Ihren Wunsch nach Frieden und Freundschaft ausdrücken und sich gleichzeitig gegen uns verschwören und glauben, dass Sie der iranischen Nation schaden können", sagte Chamenei in Maschhad im Nordosten des Landes an Obama gerichtet. Die USA hätten schon bei den Unruhen nach der Präsidentenwahl im Juni vergangenen Jahres die "schlechtestmögliche Position" eingenommen, indem Washington "Randalierer" als "Bürgerrechtler" bezeichnet habe.

Zuvor hatte sich Obama anlässlich des persischen Neujahrsfestes an das iranische Volk gewandt. "Auch wenn wir weiterhin Differenzen mit der iranischen Regierung haben, werden wir uns für eine hoffnungsvollere Zukunft für das iranische Volk einsetzen", erklärte Obama in einer am Samstag vom Weißen Haus veröffentlichten Botschaft.

So werde er sich für einen Internetzugang "ohne Angst vor Zensur" für die Iraner engagieren. Die Opposition im Iran hatte während der Proteste nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl ausgiebig den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter und Sozialnetzwerke wie Facebook oder das Internetportal Youtube genutzt, um sich zu organisieren.

Zugleich bekräftigte Obama seine Dialogbereitschaft gegenüber Teheran. Iran müsse jedoch dafür verantwortlich gemacht werden, dass es seine Verpflichtungen im Atomstreit nicht eingehalten habe, so der US-Präsident.

wit/apn/AFP/Reuters



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445 21.03.2010
1. Ja ja
das ist typisch amerikanisch. Die Pläne für einen Miliräschlag liegen schon lange in der Schublade. Es wird nur noch auf einen Auslöser gewartet, und wenn er inszeniert werden muss. Wir werden mit Sicherheit bald einen militärischen Angriff auf den Iran sehen. Man kann nur hoffen, dass dieser nicht atomar sein wird. Ich wüßte nicht, wie der Iran diesem Angriff aus dem Weg gehen könnte.
fair-politik 21.03.2010
2. wie entgeht man einem angriff?
hallo 445 ist doch ganz einfach: wenn man für den angreifer ein unkalkulierbares risiko darstellt. das ist man wenn man atomwaffen besitzt und auch entsprechende raketen hat die die atombomben weit genug ins ziel fliegen lassen können.
rainman_2 21.03.2010
3. ...
Zitat von 445das ist typisch amerikanisch. Die Pläne für einen Miliräschlag liegen schon lange in der Schublade. Es wird nur noch auf einen Auslöser gewartet, und wenn er inszeniert werden muss. Wir werden mit Sicherheit bald einen militärischen Angriff auf den Iran sehen. Man kann nur hoffen, dass dieser nicht atomar sein wird. Ich wüßte nicht, wie der Iran diesem Angriff aus dem Weg gehen könnte.
Die brauchen doch bloß ihre Atomanlagen kontrollieren zu lassen. Der Iran hat Raketen entwickelt, die bis nach Israel und teilweise bis nach Europa reichen, es fehlt halt nur noch der atomare Sprengkopf. Der türkische Freund Ahmadinedschads, Erdogan, wird jetzt sicher sagen: Es ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn Muslime keine Atombomben bauen dürfen.
Transmitter, 22.03.2010
4. Unverbesserlicher Schurkenstaat
Zitat von 445das ist typisch amerikanisch. Die Pläne für einen Miliräschlag liegen schon lange in der Schublade. Es wird nur noch auf einen Auslöser gewartet, und wenn er inszeniert werden muss. Wir werden mit Sicherheit bald einen militärischen Angriff auf den Iran sehen. Man kann nur hoffen, dass dieser nicht atomar sein wird. Ich wüßte nicht, wie der Iran diesem Angriff aus dem Weg gehen könnte.
Ich auch nicht mehr. Doch wenn schon, denn schon. Die USA werden den Iran mit taktischen Nuklearwaffen angreifen und seine Atomindustrie komplett mit einem Schlag vernichten. Gut so, denn der Iran ist ein unberechenbarer Schurkenstaat. Einmal im Besitz von Atomwaffen, würde er bald alle und alles bedrohen. Besser, dieses leider wohl unvermeidbare Ereignis passiert im Iran denn hier in Europa. Wenn die Amerikaner nämlich nicht sehr bald präventiv handeln, ist erst Israel und dann sind wir dran. Gewiss! Ich bin den USA sehr dankbar, dass sie sich nicht einschüchtern lassen. Und ultimativ auch handeln werden. Versucht, diese Entwicklung gar nicht erst eintreten zu lassen, haben die USA jedenfalls alles. Vor der Geschichte werden sie jedenfalls freigesprochen sein. An alle, die jetzt gleich aufjaulen: Ich bin ein tief überzeugter Anti-Faschist und bedauere nur wenig mehr in der Geschichte als die Tatsache, dass die Alliierten des WW I Nazi-Deutschland nicht massiv angegriffen und besetzt haben, als Hitler völkerrechtswidrig das Rheinland besetzen ließ. Damals war Deutschland der Schurkenstaat, dem ich ohne wenn und aber eine Atombombe auf Berlin verordnet hätte. Ohne zu zögern.
Ursprung 22.03.2010
5. Fallout im Kalkuel
Kaum jemand von uns Foristen wird Zugang zu den wirklichen Tatsachen haben. Vielleicht nicht mal die USA selber. Hiroshima und Nagasaki waren eine unmenschliche Katastrophe, ausgeuebt von den Amis. Man darf aber mutmassen, dass sie, aus eigener Sicht betrachtet, ein paar handfeste und vielleicht nachvollziehbare Gruende fuer die Bombenverwendung hatten: einmal Rache fuer Pearl Harbour (niedrige Beweggruende) und der Wunsch nach schlagartiger Benendigung des 2. Weltkrieges (eher verstaendlich). Politverbrecher in den USA muessten jederzeit mit ihrer Abwahl rechnen und das macht auch Forsche nachdenklich, wie auch ihrerseits die Russen damals waren, wenn auch bloss situationsgezwungen. Aber die gleichen Waffen in der Hand solcher ungewaehlten, verblendeten, vom Antrieb her unrationalen Realitaetsleugnern und institutionellen Klein-Despoten, die nur sich und nicht die Welt im Fokus haben wie zur Zeit im Iran, ist nicht viel anders, als waere Hitler den Allierten zuvorgekommen mit der Bombe. Er wurde Gott sei Dank fuer uns Deutsche vorher erledigt, ganz konventionell und zu unserem Glueck. Weil die Amis uns, anders als in Japan, gegen die Russen selber besetzen wollten und nicht Fallout einatmen wollten dabei. Mir ist es unser aller Haut als Edenbuerger lieber, diese Schreckenswaffe bliebe allenfalls in der Hand und nur im Arsenal derjenigen, die sie schon haben. Das ging bisher, Gott sei Dank, ja auch gut. Aber den Kreis um das skrupellose Regime in Iran zu erweitern, jagt Schrecken ein. Nehmt sie Ihnen ab! Egal wie aber lasst sie nicht an den Druecker, Desaster Irak hin oder her. Wenns nicht anders geht, auch per Ueberraschungsschlag. Die Amis wuerden wohl die Israelis vorschieben. Die haben mehr Interesse an einem relativ "sauberem" Schlag, weil Ihnen ein Fallout erstmal ohnehin, durch Gegenwehr noch mehr gleich selber um die Nase wehen koennte.
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