Iran Khamenei verbietet Verhandlungen mit den USA

Irans religiöser Führer hat im Atomstreit mit den USA ein Machtwort gesprochen: Mit Amerikanern dürfe nicht verhandelt werden, sagte Ali Khamenei.

Ajatollah Ali Khamenei
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Ajatollah Ali Khamenei


Iran sieht im Konflikt mit den USA über seine Atom- und Außenpolitik derzeit keine Basis für Verhandlungen mit Washington. "Wie soll man mit einer betrügerischen Regierung verhandeln?", fragte der Oberste Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Khamenei. Wie einst der Revolutionsführer Ruhollah Chomeini werde er daher Verhandlungen mit Washington verbieten.

"Die Iraner sollten wissen: Es gibt weder Krieg noch Verhandlungen mit den USA", sagte der Ajatollah, der laut Verfassung in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat.

Die USA haben einseitig das internationale Atomabkommen gekündigt, in dem Iran den Ausbau seiner kerntechnischen Fähigkeiten überprüfbar beschränkt. Obwohl Teheran sich an den Vertrag hält, haben die USA wieder Wirtschaftssanktionen verhängt und bedrohen Länder, welche die Sanktionen unterlaufen.

Weil die Amerikaner Geld und Macht hätten, schlügen sie Verhandlungen vor, in denen sie nur ihre eigenen Ziel verfolgten, sagte Khamenei. Könnten sie diese nicht erreichen, kämen sie mit Drohungen und Sanktionen. Aber auch wenn die Verhandlungen wie beim Atomabkommen zu einem Ergebnis kämen, stiegen sie wieder aus der Vereinbarung aus, so der Ajatollah. Solange sich diese Haltung nicht ändere - und sie habe sich nicht geändert - hätten Verhandlungen auch keinen Sinn.

Neue Version einer Kurzstreckenrakete

Wie zur Bestätigung seiner Position präsentierte Iran eine modernisierte Version seiner Kurzstreckenrakete Fateh. Teheran werde ungeachtet der internationalen Proteste sein Raketenprogramm jeden Tag verbessern, sagte Verteidigungsminister Amir Hatami der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Die neue "Fateh-Mobin" werde komplett in Iran hergestellt, aber nur im Verteidigungsfall eingesetzt.

Die Iranische Atomorganisation (AEOI) empfahl derweil, trotz des Ausstiegs der USA im Wiener Atomabkommen von 2015 zu bleiben. Die EU sei politisch und wirtschaftlich auf der Seite Irans geblieben, sagte AEOI-Sprecher Behrus Kamalwandi der Nachrichtenagentur Isna. Mit einem Ausstieg würde Iran diese Unterstützung verlieren. Ruhanis Regierung will zumindest bis November abwarten, bevor sie über die Zukunft des Abkommens entscheidet.

cht/als/dpa



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