Trump und der Iran-Deal Macron warnt vor Krieg

Donald Trump erwägt, das Atomabkommen mit Iran zu kündigen. Dies könnte die Lage eskalieren, sagt Emmanuel Macron im SPIEGEL. Auch andere Spitzenpolitiker äußern sich besorgt.

Emmanuel Macron
Alex Edelman/POOL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Emmanuel Macron


Eine Woche vor Ablauf des Ultimatums, das US-Präsident Donald Trump im Streit über das Atomabkommen mit Iran gestellt hat, äußern führende europäische Politiker ihre Sorge vor einem möglichen Krieg. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hält Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron es im schlimmsten Fall für möglich, dass Trump den Deal aufkündigt, ohne dass es eine Anschlussvereinbarung gibt. "Das heißt, wir würden die Büchse der Pandora öffnen, es könnte Krieg geben."

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Das sei aber nicht die Absicht des US-Präsidenten, so Macron: "Ich glaube nicht, dass Donald Trump Krieg möchte." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Auch der frühere deutsche Außenminister Sigmar Gabriel warnt vor der Gefahr eines Kriegs, sollte Trump aus dem Abkommen aussteigen. "Wenn wir nicht aufpassen, droht uns im Nahen Osten ein neuer Dreißigjähriger Krieg", sagte Gabriel dem SPIEGEL. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn appelliert ebenfalls an den US-Präsidenten: "Herr Trump sollte das Atomabkommen nicht zerschlagen. Immerhin ist es Europa, das in Reichweite iranischer Raketen liegt."

Die Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes Helga Schmid, die das Abkommen entscheidend mitverhandelt hat, betont, dass sich Iran an die Abmachungen halte. "Der Deal beruht nicht auf Vertrauen. Er beruht auf Fakten sowie Kontrolle und Überwachung durch die IAEA", die Internationale Atomenergiebehörde in Wien.

Den schlimmsten Fall verhindern

Nach Ansicht Gabriels droht im Falle eines Ausstiegs der USA aus dem sogenannten JCPOA eine unkontrollierbare Entwicklung. "Wir müssen alles tun, um folgendes Worst-Case-Szenario zu verhindern: Die USA kündigen den JCPOA, niemand wird dann mehr in Iran investieren. Dadurch gerät die Regierung Rohani unter Druck und wirft das Atomprogramm wieder an. Das wiederum könnte Israelis und Amerikaner dazu bringen, mit einem Militärschlag zu antworten."

US-Präsident Trump hat das Atomabkommen mehrfach als "schlechtesten Deal aller Zeiten" bezeichnet. Die Vereinbarung wurde 2015 unter Trumps Vorgänger Barack Obama zwischen den fünf ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats, Deutschland und Iran geschlossen, auch die EU war beteiligt.

Am 12. Mai will Trump darüber entscheiden, ob er bisher ausgesetzte Iran-Sanktionen wieder einführt. Weil das der Beginn einer neuen Nahost-Krise mit unabsehbaren Folgen sein könnte, versuchen die Europäer, ihn davon abzuhalten.

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hey/suk/mp/dip/csc

insgesamt 114 Beiträge
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Seite 1
hans_hintermeier 05.05.2018
1.
Der der einfach direkt mit auf Syrien gebombt hat ohne abzuwarten ob die Anschuldigungen wahr sind oder nicht, der warnt jetzt vor Krieg?
siryanow 05.05.2018
2. Macron warnt vor Krieg
Mon dieux ,Monsieur Macron. Erst jettet er schnell zum Freund Donald um sich kurze Zeit spaeter zu sorgen das dieser Cowman Krieg riskiert. Oder ging es bei diesem Jet-Treff nur darum Kuesse auszutauschen.
joG 05.05.2018
3. Wer behauptet...
...mit dee Kündigung des Atomvertrags "würden wir die Büchse der Pandora öffnen", wie macron zitiert wird gesagt zu haben, geht von grundlegend falschen Denkansätzen aus oder popularisiert indem er falsche leitende Vergleiche wählt. Denn Pandoras Büchse ist schon lange offen. Politikansätze, die davon ausgehen, dass sie geschlossen ist also die Gefahr gebannt, der verschließt nur die Augen und läßt zu, dass die Gefahr wächst. Die Aussage mag die Bevölkerung bewegen. Sie tut es aber leider in die falsche Richtung.
megamekerer 05.05.2018
4. Schwachsinn!
Macron sieht die wirtschaftliche Ziele Frankreich im Iran gefährdet! Wenn Trump wieder die Sanktionen einführt, dann muss Frankreich alle Aktivitäten der letzten Monaten im Sektor Petrochemie beenden, besonderes die Firma Total wäre dadurch große Verluste hinnehmen müssen. Das eigentlich Problem der Europäer in diese Dilemma ist, dass Europa in Nahe Osten genau die Politik der GB während der Kolonialzeit verfolgt. Europa setzt auf Konflikte zwischen Völker in diese Region und die Voraussetzung dafür ist Islam! Wenn Iran sich aus Joch diese Islamisten befreit, was allerdings in der nächsten Zeit unbedingt passieren muss, dann werden die Iraner sich für aller Zeiten sich vom Islam abwenden und einen anderen Religion annehmen. Hierdurch wird der Konflikt zwischen Iran und arabische Länder für immer beendet. Davor haben nun die Europäer Angst!
carranza 05.05.2018
5. Schmutziger Deal
Mich würde es nicht wundern, wenn sich Trump und seinesgleichen längst bis oben hin mit Aktien der Rüstungsindustrie eingedeckt hätten. Das selbe Szenario, wie unter Bush II vor dem Krieg gegen den Irak. Die nächste Frage, die sich anschließt, wäre natürlich die, inwiefern man in Amerika noch an einem stabilen, wirtschaftlich starken Europa interessiert ist, oder ob das als gleichgültig, quasi als Kollateralschaden erscheint, Bei einem weiteren Krieg in Nahost hätten wir in Europa natürlich zumindest auch mit weiteren Flüchtlingen zu rechnen.
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