Nach Angriff auf Botschaft Auch Dschibuti bricht mit Iran

Immer mehr Länder brechen nach dem Angriff auf die saudi-arabische Botschaft in Teheran die diplomatischen Beziehungen zu Iran ab - jetzt hat auch Dschibuti nachgezogen.

Iraner protestieren gegen Saudi-Arabien: Nach Massenhinrichtungen verschärft sich die Krise in der Golfregion
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Iraner protestieren gegen Saudi-Arabien: Nach Massenhinrichtungen verschärft sich die Krise in der Golfregion


Die diplomatische Isolierung Irans nimmt weiter zu: Nachdem dort Hunderte Menschen die saudi-arabische Botschaft angegriffen hatten, bricht nun auch der ostafrikanische Staat Dschibuti seine diplomatischen Beziehungen zu Teheran ab. Das Land gilt als enger Verbündeter Saudi-Arabiens.

In Saudi-Arabien war am Samstag der schiitische Geistliche Nimr Baqir al-Nimr hingerichtet worden. Er war ein entschiedener Gegner des sunnitischen Königshauses. Als Reaktion darauf griffen Bürger im schiitisch geprägten Iran die saudische Botschaft und das Konsulat an.

Nicht nur Riad, sondern auch Bahrain und der Sudan brachen daraufhin mit Teheran. Nun verlas auch Dschibutis Außenminister Mahamud Ali Jussuf eine entsprechende Regierungserklärung und betonte damit die Solidarität mit Saudi-Arabien.

Auch die jordanische Regierung hat inzwischen den iranischen Botschafter einbestellt, um die Vorfälle zu diskutieren. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait gingen ebenfalls auf Distanz zu Iran, und auch Katar rief am Mittwoch seinen Botschafter aus Teheran zurück.

Zusammen mit dem bekannten schiitischen Geistlichen sind 46 weitere Menschen wegen Terrorvorwürfen hingerichtet worden. Nimr wurde nicht aufgrund seiner Religion zum Tode verurteilt, verteidigte sich die saudi-arabische Regierung, sondern auf Grundlage eines fairen Gerichtsverfahrens. Seit der Massenexekution nehmen die Spannungen in der Golfregion zu.

mtr/AFP

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insgesamt 14 Beiträge
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Lankoron 06.01.2016
1. Die Spannungen nehmen nicht
wegen der Hinrichtungen zu, sondern wegen dem folgenden Verhalten des Irans. Sie haben wieder mal eine Botschaft stürmen lassen und verteufeln erneut ein Land....und alle wissen, oder sollten doch wissen, wie das `79 ausging. Der so arme bedauerte Geistliche war an der Vorbereitung von Terrorakten beteiligt, der war kein Friedensheiliger....
lesheinen 06.01.2016
2.
So abscheulich die Exekutionen in Saudi-Arabien sind: Iran hat wieder mal zu einem offensichtlich beliebten Mittel gegriffen: "spontaner" Angriff des Volkes auf eine Botschaft. Meiner Meinung nach sollte man die Regierungen beider Staaten in einen Sack stecken und draufhauen, man trifft keinen Falschen.
vorsicht 06.01.2016
3. Welch heuchlerische Farce.
SA unterstützt den IS und führt einen völkerrechtswidrigen Krieg im Jemen, über den wir in unseren Medien kaum etwas lesen/hören. Diese geheuchelte Empörung soll den Iran doch nur wieder als Bösewicht darstellen, damit gegen ihn Sanktionen begründet werden können, obwohl die eher für SA angebracht wären. Schaut man sich die Länder näher an, die ihre diplomatischen Beziehungen kappen, dann gehören die natürlich zu den „Guten“, die von der Westlichen Wertegemeinschaft hofiert werden. Alles klar!
postorgel 06.01.2016
4. irgendjemand hat die hinrichtungen verurteilt
nun plappern es alle Medien ungeprüft nach. Hauptsache, man kann eine sau durchs Dorf treiben. das die hingerichteten auch Straftaten verübt haben konnten, kommt gar nicht in Betracht. gesichert ist immerhin, das es sich um Islamisten gehandelt hat. das ist unbestreitbar.
ambulans 06.01.2016
5. >Lankoron (oben),
"zunehmende spannungen - wg. irans verhalten?" das ist offensichtlicher, blühender unsinn - warum führt denn saudi-arabien auf der arabischen halbinsel mehrere kriege und unterstützt sogar das sunnitische herrscher-regime bahrains gegen dessen schiitische bevölkerung? saudi-arabien ist auf einem verzweifelten, fast schon selbstmörderischen macht-trip: unser bnd hats doch gerade erst ausanalysiert - haben sie das etwa gar nicht mitbekommen?
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