IAEA Iran erfüllt alle Vorgaben des Atomabkommens

US-Präsident Donald Trump wirft Iran Verstöße gegen das internationale Atomabkommen vor. Die internationalen Kontrolleure erklären nun, Iran erfülle die Auflagen.

Iranischer Präsidenten Hassan Rohani (r.) und Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Yukiya Amano
DPA

Iranischer Präsidenten Hassan Rohani (r.) und Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Yukiya Amano


Ist das internationale Atomabkommen mit Iran, das eine nukleare Bewaffnung des Mullah-Regimes verhindern soll, hinfällig? Ja, findet US-Präsident Donald Trump, der den jahrelang ausgehandelten internationalen Deal zwischen Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Russland, China den USA und der EU für gescheitert hält.

Überhaupt nicht, der Deal steht, erklärt jetzt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Yukiya Amano, Generaldirektor der IAEA, sagte nach einem Treffen mit Irans Präsident Hassan Rohani, das Land "erfüllt alle mit Nukleartechnik zusammenhängenden Verpflichtungen". Ziel des Besuchs in Teheran sei gewesen, Iran erneut in die Pflicht zu nehmen. "Was unsere Inspektoren angeht: Sie kommen ihren Aufgaben ohne Probleme nach", so Amano.

Rohani erklärte nach dem Treffen, sein Land behalte sich vor, aus dem Deal auszusteigen, wenn er nicht mehr Irans nationalen Interessen diene. Mit Bezug auf Trumps Kritik sagte Präsident Rohani: "Kein Präsident kann ein internationales Abkommen kündigen, Iran wird die Verpflichtungen weiter in Ehren halten."

Yukiya Amano
AP

Yukiya Amano

Der Atomdeal war unter der Regierung von US-Präsident Barack Obama ausgehandelt worden. Iran verzichtet auf die Entwicklung nuklearer Waffen, im Gegenzug wurde umfassende Wirtschaftssanktionen gegen den schiitischen Gottesstaat aufgehoben. Für Trump war es ein zentrales Wahlkampfversprechen, das Abkommen zu kündigen. Er nannte es widerholt "den schlechtesten Deal aller Zeiten" für die USA.

Als im Oktober die Entscheidung darüber anstand, als Vertragspartner die Erfüllung der Vorgaben zu bestätigen, unterließ Trump es, sich festzulegen. Er verwies die Entscheidung über Sanktionen gegen Iran an den US-Kongress. US-Außenminister Rex Tillerson warnte unlängst die Europäer vor Geschäften mit dem Regime, die geplanten Wirtschaftssanktionen gegen Teheran könnten auch sie hart treffen. Außer den USA stehen bislang alle Vertragsparteien zu dem Atomdeal.

cht/dpa/Reuters

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pragmat 30.10.2017
1. Die zweifelhafte IAEA
Den IAEA-Kontrolleuren könnte man glauben, wenn sie denn ihre Arbeit gemacht hätten. Das haben sie aber nach übereinstimmenden Berichten nicht. Die IAEA hat lediglich die Anlagenteile kontrollieren können, die unter das "friedliche" Atomprogramm des Iran fallen. Darunter sind dann auch die Anreicherungsanlagen und Reaktoren, mit denen man auch waffenfähiges Uran erzeugen oder Plutonium gewinnen kann. Der Iran hat sich nämlich immer darauf berufen, das Atomprogramm diene nur der friedlichen Nutzung der Atomenergie. Demzufolge hat sich der Iran geweigert, militärische Anlagen zum Beispiel in Fordo inspizieren zu lassen, die einwandfrei für das Atomprogramm genutzt werden. Die Beweise haben Geheimdienste in aller Welt. Mit einem solchen Abkommen und solchen Kontrolleuren sind der Täuschung Tür und Tor geöffnet und die Naivität feiert ungeahnte Triumfe. Übrigens sind die Vertragspartner der Iran, die 5 Atommächte im UNO-Sicherheitsrat sowie Deutschland, weil es maßgeblich an der Aufrüstung im Iran - mit unter anderem Aufbereitungsanlagen (Plutonium) - beigetragen hat und beiträgt.
fleischwurstfachvorleger 30.10.2017
2. Iran
erfüllt zwar den Vertrag, aber Rohani hat Hintergedanken, denkt Donald Trump. Und dann geht es ja auch noch um die Vorherrschaft in diesem Gebiet und um Irans Öl, welches die USA so gern unter Kontrolle bekommen möchten und dann wären dann ja noch die dicken Freunde aus Saudi-Arabien und Israel. Also: ....."schlechter Deal" für die USA - gut für ..................? Interessiert Herrn Trump einen feuchten Dreck
Pfaffenwinkel 30.10.2017
3. Trump lügt mal wieder,
weil es seinen Interessen dient.
Ökofred 30.10.2017
4. Steile Thesen!
Zitat von pragmatDen IAEA-Kontrolleuren könnte man glauben, wenn sie denn ihre Arbeit gemacht hätten. Das haben sie aber nach übereinstimmenden Berichten nicht. Die IAEA hat lediglich die Anlagenteile kontrollieren können, die unter das "friedliche" Atomprogramm des Iran fallen. Darunter sind dann auch die Anreicherungsanlagen und Reaktoren, mit denen man auch waffenfähiges Uran erzeugen oder Plutonium gewinnen kann. Der Iran hat sich nämlich immer darauf berufen, das Atomprogramm diene nur der friedlichen Nutzung der Atomenergie. Demzufolge hat sich der Iran geweigert, militärische Anlagen zum Beispiel in Fordo inspizieren zu lassen, die einwandfrei für das Atomprogramm genutzt werden. Die Beweise haben Geheimdienste in aller Welt. Mit einem solchen Abkommen und solchen Kontrolleuren sind der Täuschung Tür und Tor geöffnet und die Naivität feiert ungeahnte Triumfe. Übrigens sind die Vertragspartner der Iran, die 5 Atommächte im UNO-Sicherheitsrat sowie Deutschland, weil es maßgeblich an der Aufrüstung im Iran - mit unter anderem Aufbereitungsanlagen (Plutonium) - beigetragen hat und beiträgt.
Dafür haben Sie sicher Quellen!?
DjavidKhayam 30.10.2017
5.
Zitat von pragmatDen IAEA-Kontrolleuren könnte man glauben, wenn sie denn ihre Arbeit gemacht hätten. Das haben sie aber nach übereinstimmenden Berichten nicht. Die IAEA hat lediglich die Anlagenteile kontrollieren können, die unter das "friedliche" Atomprogramm des Iran fallen. Darunter sind dann auch die Anreicherungsanlagen und Reaktoren, mit denen man auch waffenfähiges Uran erzeugen oder Plutonium gewinnen kann. Der Iran hat sich nämlich immer darauf berufen, das Atomprogramm diene nur der friedlichen Nutzung der Atomenergie. Demzufolge hat sich der Iran geweigert, militärische Anlagen zum Beispiel in Fordo inspizieren zu lassen, die einwandfrei für das Atomprogramm genutzt werden. Die Beweise haben Geheimdienste in aller Welt. Mit einem solchen Abkommen und solchen Kontrolleuren sind der Täuschung Tür und Tor geöffnet und die Naivität feiert ungeahnte Triumfe. Übrigens sind die Vertragspartner der Iran, die 5 Atommächte im UNO-Sicherheitsrat sowie Deutschland, weil es maßgeblich an der Aufrüstung im Iran - mit unter anderem Aufbereitungsanlagen (Plutonium) - beigetragen hat und beiträgt.
Fordo ist kein militär Anlage, Fordo ist ein Forschungs Anlage und steht voll unter kontrolle von IAEA. dort sind auch Kameras installiert.
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