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Parlamentswahl in Iran: Rohani-Lager gewinnt alle Sitze in Teheran

AP/dpa

Erfolg für Irans Präsident Rohani: Seine gemäßigt-konservative Liste "Hoffnung" hat in Irans Hauptstadt Teheran alle 30 Sitze im Parlament gewonnen. Auch bei der Wahl zum Expertenrat liegt das Rohani-Lager vorn.

Bei der Parlamentswahl im Iran haben die gemäßigten Konservativen um Präsident Hassan Rohani laut einem Teilergebnis alle Sitze für die Hauptstadt Teheran geholt.

Die Rohani-treue Liste "Hoffnung" habe alle 30 zu vergebenden Teheraner Parlamentssitze gewonnen, berichtete das Staatsfernsehen am Sonntag nach der Auszählung von 90 Prozent der Stimmen. Acht Frauen aus der Hauptstadt wurden demnach ins Parlament gewählt. Anders als zunächst gemeldet, verlor auch der führende Konservative Gholamali Haddad Adel seinen Sitz im Parlament, hieß es in einer im staatlichen Fernsehen veröffentlichten Erklärung des Innenministeriums.

Bei der Wahl geht es auch um die Frage, ob Präsident Hassan Rohani künftig mit seinen Reformen auf stärkeren Rückenwind der Volksvertretung setzen kann. Viele iranische Hardliner, die das Parlament derzeit noch kontrollieren, lehnen seinen Kurs ab. Bis der genaue Ausgang der Wahl bekannt ist, könnte es noch Tage dauern. Rohani sagte zu den ersten Ergebnissen: "Das Volk hat wieder einmal seine Macht gezeigt und der gewählten Regierung mehr Glaubwürdigkeit und Stärke verliehen."

In 14 Wahlkreisen kommt es wohl zur Stichwahl

In den anderen Landesteilen, in denen insgesamt 260 Parlamentssitze zu vergeben waren, waren die Stimmen zwischen Konservativen, dem Rohani-Lager und den unabhängigen Kandidaten gleichmäßiger verteilt. Wie die Nachrichtenagentur Isna am Samstagabend meldete, gingen von den 56 Wahlkreisen außerhalb der Hauptstadt 19 an die Hardliner, neun an Rohani-Anhänger und 14 an unabhängige Kandidaten. Bei den übrigen 14 zu vergebenden Wahlkreisen war der Ausgang unklar. Hier werde im April oder Mai eine Stichwahl nötig.

Mit dem Sieg in Teheran holte sich Rohani jedoch einen deutlichen Rückhalt für seine Politik der Öffnung. In den vergangenen Jahren hatte das von den Konservativen dominierte Parlament immer wieder Reformen blockiert oder - wie im Fall der Atomverhandlungen - Rohanis Politik zu hintertreiben versucht.

Die Wähler stimmten am Freitag auch über die 88 Sitze im Expertenrat ab, dem wichtigsten religiösen Gremium des Landes. Auch dort liegen die gemäßigten Konservativen vor den religiösen Hardlinern. Der Expertenrat bestimmt den nächsten Obersten Führer. Seit 1989 hat den einflussreichsten Posten des Landes der heute 77-jährige Ali Khamenei inne.

Wegen des hohen Andrangs waren die Wahllokale am Freitagabend sechs Stunden länger geöffnet als geplant. Die Abstimmung gilt als erster Stimmungstest nach dem im Juli 2015 zwischen Teheran und dem Westen geschlossenen Atomabkommen und der Aufhebung von Wirtschaftssanktionen im Januar. Um die insgesamt 290 Parlamentssitze bewerben sich mehr als 4800 Kandidaten, darunter knapp 500 Frauen.

cht/dpa/AFP

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insgesamt 41 Beiträge
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1. Eine kleine Hoffnung
dieter 4711 28.02.2016
Das ist eine kleine Hoffnung, dass der Iran toleranter wird. Hoffen wir das Beste lieber Leser.
2.
RudiRastlos2 28.02.2016
Das sind SEHR gute Nachrichten! Ich freue mich auf eine Zukunft, in der Iran ein friedlicher und freundlicher Partner der westlichen Welt sein wird.
3. Was haben wir davon`?
nickleby 28.02.2016
Darf im Iran christliche Mission betrieben werden ? Nein Sind die Bahai frei ? nein. Die Wahl ist / war ein Farce.
4.
ItchyDE 28.02.2016
Zitat von nicklebyDarf im Iran christliche Mission betrieben werden ? Nein Sind die Bahai frei ? nein. Die Wahl ist / war ein Farce.
Der Iran ist eine islamische Republik. Muss man nicht mögen, ist aber so. Von daher ist das etwas an den Haaren herbeigezogen (ein wenig als würde man der PBC vorwerfen, sie würde islamische Mission in Deutschland bekämpfen). Anders wäre es mit der Türkei, die offiziell laizistisch ist.
5. mein Senf
der_neue_Student 28.02.2016
Zitat von nicklebyDarf im Iran christliche Mission betrieben werden ? Nein Sind die Bahai frei ? nein. Die Wahl ist / war ein Farce.
Es geht nicht darum, dass "wir" etwas davon haben. Es geht um die Befreiung von religiösen Fundamentalisten jeglicher Couleur.
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 79,476 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Hassan Rohani

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Republik Iran
Land
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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Politik
dpa
Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei (Bild), und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit August 2013 Hassan Rohani.
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Iran hat rund 75 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 76 (Deutschland ist auf Platz 5). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80 Jahren).
Wirtschaft
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Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
Menschenrechte
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Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).

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