Wegen Israel-Politik Iran hetzt gegen saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman

"Schandfleck", "traurige Tragödie": Irans Außenamtssprecher zeigt sich empört über den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Dessen politischer Ehrgeiz sei zu einer "unheilbaren Krankheit" geworden.

Mohammed bin Salman
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Mohammed bin Salman


Iran hat die Israel-Politik des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman als einen "Schandfleck" für dessen Land bezeichnet. "Diese Politik ist eine traurige Tragödie und wird als Schandfleck in die Geschichte eingehen", sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi. Der Kronprinz hatte vergangene Woche Israel ein Existenzrecht zugesprochen. Laut Ghassemi habe er damit aus einem islamischen Land wie Saudi-Arabien "einen Schleimer des zionistischen Regimes (Israel)" gemacht.

Der politische Ehrgeiz dieses "Neuankömmlings" sei in der Zwischenzeit zu einer "unheilbaren Krankheit" geworden, sagte der Sprecher weiter. Um seine politischen Ziele zu realisieren, sei er bereit, Milliarden Dollar auszugeben und "unsinnige und beschämende Äußerungen" zu machen. Der saudische Kronprinz habe bezüglich Israel und Palästina keine ausreichenden geografischen Kenntnisse und wisse auch nicht, was das palästinensische Volk in den vergangenen Jahrzehnten erleiden musste, so der Sprecher.

Die Feindseligkeiten zwischen Teheran und Riad nehmen immer gefährlichere Dimensionen an. Mohammed bin Salman bezeichnet Iran als eine Gefahr für die Region. Die Versöhnungssignale Irans in den vergangenen Monaten hat Mohammed bin Salman ignoriert.

Saudi-Arabien hatte die diplomatischen Beziehungen zu Iran abgebrochen, nachdem aufgebrachte Demonstranten 2016 die saudische Botschaft in Teheran gestürmt und Teile des Gebäudes in Brand gesetzt hatten. Auslöser für die Proteste in Iran war die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien. Das sunnitische Königreich und der schiitische Gottesstaat haben auch Differenzen in Jemen und im Syrien-Konflikt.

aev/dpa

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