Besuch bei der Uno Ahmadinedschad spottet über Israels Drohungen

Mahmud Ahmadinedschads Auftritte vor der Uno sind unberechenbar. Kurz vor Beginn der Vollversammlung in New York sagte der iranische Staatschef Reportern, Teheran sei auf einen Angriff Israels vorbereitet - auch wenn er die Drohungen Israels nicht ernst nehme.

Ahmadinedschad bei den Vereinten Nationen in New York: "Iran ist vorbereitet"
AFP

Ahmadinedschad bei den Vereinten Nationen in New York: "Iran ist vorbereitet"


New York - Der Schlagabtausch zwischen Iran und Israel geht auf der Bühne der Vereinten Nationen in New York in die nächste Runde. Vor Beginn der Uno-Vollversammlung, an der Mahmud Ahmadinedschad teilnimmt, sagte Irans Präsident laut Nachrichtenagentur Reuters zu Reportern, sein Land nehme die Angriffsdrohungen von Israel nicht ernst. Dennoch sei Iran - für den Fall des Falles - vorbereitet, sich zu verteidigen.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte bei einem Vorab-Treffen mit Ahmadinedschad vor den Gefahren einer sich hochschaukelnden Rhetorik gewarnt. Israel hat bereits mehrfach gedroht, die iranischen Atomanlagen zu bombardieren. Jerusalem behält sich das Recht auf eine solche Attacke vor, falls Sanktionen und diplomatische Vorstöße Teheran im Atomstreit nicht zum Einlenken bringen sollten.

Bisher hatte die iranische Führung die Drohungen Israels als Bluff abgetan. Doch am Wochenende änderte sich der Ton. Der Chef der Luftstreitkräfte der iranischen Revolutionsgarden warnte für den Fall eines israelischen Angriffs auf sein Land vor einem "Dritten Weltkrieg". Sollte eine israelische Attacke kurz bevorstehen, könnte Iran einen "Präventivangriff" führen, sagte General Amir Ali Hadschisade am Sonntag im Fernsehsender al-Alam.

Bei einem israelischen Angriff, egal ob mit oder ohne Zustimmung Washingtons, würde Iran auch US-Stützpunkte in Bahrain, Katar und Afghanistan attackieren, sagte Hadschisade dem arabischsprachigen Sender. Israel werde "schwere Verluste" erleiden. Der General ist auch für die Raketeneinheiten der Revolutionsgarden zuständig. Die paramilitärische Organisation dient dem Schutz des Regimes.

"Israel wird beseitigt werden"

Ahmadinedschad charakterisierte Israel als eine Fußnote der Geschichte. "Iran gibt es seit sieben, zehntausend Jahren", sagte er. "Sie (die Israelis) halten dieses Gebiet seit 60 bis 70 Jahren besetzt mit Unterstützung und Gewalt des Westens. Sie haben hier keine historischen Wurzeln." Der Staat Israel wurde 1948 gegründet. Israel befinde sich in einer Sackgasse und versuche mit immer neuen Abenteuern, daraus zu entkommen, sagte Ahmadinedschad. "In einer Phase der Geschichte, stellen sie eine minimale Störung dar, die ins Bild kommt und dann beseitigt wird."

In einer hochkarätig besetzten Uno-Sitzung warf Ahmadinedschad den USA vor, Israel zu beschützen. Der Westen und Israel beschuldigen die iranische Führung, heimlich an einer Atombombe zu bauen. Israel betrachtet das Atomprogramm als größte Bedrohung seiner Existenz. Teheran weist den Vorwurf zurück und pocht auf sein Recht zur zivilen Nutzung der Nuklearenergie. Der Atomstreit wird diese Woche auch während der Generaldebatte der Uno-Vollversammlung ein Thema sein.

Der für seine israelfeindlichen Tiraden bekannte Ahmadinedschad hat am Mittwoch seinen großen Auftritt, dem Tag, an dem Israel mit dem Versöhnungstag Jom Kippur den höchsten jüdischen Feiertag begeht. Die Reden des iranischen Präsidenten und Holocaust-Leugners werden regelmäßig vom Auszug der meisten westlichen Delegationen begleitet.

lgr/Reuters/dapd/AP

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insgesamt 116 Beiträge
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Seite 1
snickerman 24.09.2012
1. optional
Bestimmt haben die pöhsen West-Medien den armen kleinen A. wieder mal völlig falsch übersetzt. In Wirklichkeit hat er bestimmt gesagt, wie lieb er doch alle Menschen hat...
Emil Peisker 24.09.2012
2. Das Erwachen in der Realität
Zitat von sysopAFPMahmud Ahmadinedschads Auftritte vor der Uno sind unberechenbar. Kurz vor Beginn der Vollversammlung in New York sagte der iranische Staatschef Reportern, Teheran sei auf einen Angriff Israels vorbereitet - auch wenn er die Drohungen Israels nicht ernst nehme. http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-ist-auf-israel-angriff-vorbereitet-a-857629.html
Der Mann weiß nicht was er tut. Das Erwachen in der Realität könnte böse enden.
meinemeinung123 24.09.2012
3. Naja
Was wer irgendwo sagt wissen wir nicht. Jeder Reporter kann irgendwas behaupten. Soll dieser Reporter doch die Filmaufnahmen zu dem gespräch zeigen, aber wetten, die gibt es gar nicht.
spon-facebook-10000410349 24.09.2012
4.
Ich befürchte eher, dass er genau weiß, was er tut. Im Falle eines Angriffes, egal von welcher Seite aus, werden immense Schäden auf beiden Seiten entstehen, bevor die Alliierten einschreiten können. Nur, ob es damit zu einem Weltkrieg kommen wird, halte ich für übertrieben. Da werden sich die Fronten erst zeigen müssen..
AtomicDude 24.09.2012
5. Bibi ist ein Witz
Wer nimmt schon den kleinen Bibi in Tel Aviv schon ernst? Sowohl er als auch seine komplette Regierung wissen, dass sie in einem Krieg gegen Iran vernichtend geschlagen werden würden. Sie haben es hier nicht mit Steinewerfenden Arabern zutun. Die kleine Hizbollah-Miliz in Libanon war denen schon zu viel. Wie würde es wohl mit einem Krieg gegen Iran laufen? Alles was zurzeit von den Israelis kommt, ist das typische Verhalten eines innenpolitisch unter Druck stehende Regierung. Feinde von außen eignen sich gut um über innere Probleme abzulenken.
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