Attentat in Bulgarien: Iran macht Israel für Bus-Anschlag verantwortlich

Iran reagiert auf Vorwürfe Israels, Drahtzieher der Anschläge in Bulgarien zu sein: Israel selbst stecke hinter dem Anschlag auf einen Touristenbus. Jerusalem ist empört.

Ausgebrannter Bus in Burgas: Sieben Menschen starben bei dem Selbstmordanschlag Zur Großansicht
REUTERS

Ausgebrannter Bus in Burgas: Sieben Menschen starben bei dem Selbstmordanschlag

New York - Iran und Israel haben sich bei einem Treffen der Vereinten Nationen gegenseitig für den blutigen Anschlag auf israelische Touristen im bulgarischen Küstenort Burgas verantwortlich gemacht.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am Mittwoch vergangener Woche am Flughafen in Burgas in einem Bus mit israelischen Urlaubern in die Luft gesprengt. Fünf Israelis, der bulgarische Busfahrer und der Attentäter selbst starben bei dem Angriff.

Es handele sich bei dem Selbstmordattentat mit sieben Toten um "Staatsterrorismus" mit dem Ziel, andere Länder zu beschuldigen, sagte Irans Vertreter bei den Vereinten Nationen, Mohammed Chasai, vor dem Uno-Sicherheitsrat.

Der stellvertretende israelische Uno-Botschafter Haim Waxman nannte die Vorwürfe seines Kollegen "entsetzlich, aber nicht überraschend". Aus seiner Sicht trage das Attentat "Irans Fingerabdrücke". Waxman warf Iran und dessen Verbündeten, der libanesischen Hisbollah-Miliz vor, für den Anschlag in Bulgarien verantwortlich zu sein.

Er wiederholte damit die israelische Lesart, die mehrere Politiker schon direkt nach den Anschlägen vertreten hatten.

Iran und die Hisbollah hätten in den vergangenen Monaten Anschläge und versuchte Anschläge auf Israelis in Indien, Aserbaidschan, Thailand, Kenia, der Türkei und Zypern verübt, sagte Waxmann.

Chasai erklärte dagegen in seiner Rede, der Iran würde niemals eine solch abscheuliche Tat begehen. Er könne jedoch beweisen, dass Israel in der Vergangenheit seine eigenen Bürger getötet habe, um andere dafür verantwortlich zu machen.

Israel bekräftigte nun abermals seine Forderungen, gegen das iranische Atomprogramm vorzugehen. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak rief zu einem raschen und energischen Einschreiten gegen das iranische Atomprogramm auf.

"Ich bin mir der Schwierigkeiten sehr bewusst, wenn es darum geht, die iranischen Bemühungen zur Entwicklung einer Atombombe zu stoppen", sagte Barak nach Angaben seines Büros. "Es ist mir jedoch völlig klar, dass es sehr viel komplizierter, gefährlicher und teurer im Hinblick auf Menschenleben und Ressourcen wäre, gegen die bereits vollendete Bedrohung vorzugehen."

mal/AFP/dapd

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Anschlag auf Reisebus: Trümmer und Flammen in Burgas

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Bevölkerung: 7,365 Mio.

Hauptstadt: Sofia

Staatsoberhaupt:
Rossen Plewneliew

Regierungschef: Plamen Orescharski

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