Iran Ahmadinedschad droht mit Rückkehr

Der iranische Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad plant sein politisches Comeback. Im Internet bereitet er seine Kampagne für die nächsten Wahlen vor.

Der Ex-Präsident 2014 am Krankenbett von Ajatollah Ali Khamenei: Ahmadinedschad hegt noch immer politische Ambitionen
AFP/ Iranian Supreme Leaders Website

Der Ex-Präsident 2014 am Krankenbett von Ajatollah Ali Khamenei: Ahmadinedschad hegt noch immer politische Ambitionen


Berlin - Vermisst haben ihn die Iraner nicht gerade. Doch das schreckt Mahmud Ahmadinedschad nicht ab. Der iranische Ex-Präsident will wieder an die Macht.

Am Wochenende hat der 58-Jährige seine offizielle Internetseite gelauncht. Darauf ist er grinsend zu sehen mit der Ansage: "Wir kommen bald."

In einem Jahr wählt Iran ein neues Parlament. Die nächsten Präsidentschaftswahlen finden 2017 statt.

Ahmadinedschad ist seit dem Ende seiner Amtszeit 2013 von der politischen Bühne Irans verschwunden. Nach zwei Amtszeiten in Folge durfte er nicht wieder antreten.

Ahmadinedschad: "Wir kommen bald"

Ahmadinedschad: "Wir kommen bald"

Der Populist setzt darauf, dass Irans Präsident Hassan Rouhani 2017 verwundbar ist. Rouhani hatte große Erwartungen geweckt. Zum Teil konnte er diese bereits erfüllen, allerdings bleibt sein wichtigstes Versprechen noch aus: Er muss bis März einen Kompromiss im Atomstreit finden.

In Iran wäre die Enttäuschung groß, wenn es Rouhani nicht gelingen sollte, eine Lockerung der internationalen Sanktionen gegen das Land zu erreichen. Dies könnte den Hardlinern bei den nächsten Wahlen Auftrieb geben.

Ahmadinedschads Karriere außerhalb der Politik ist gescheitert

Allerdings sind Ahmadinedschads Aussichten trotz der Probleme seines Rivalen schlecht. Ihm macht derzeit ein Skandal zu schaffen: Sein enger politischer Vertrauter und Ex-Vizepräsident, Mohammad Reza Rahimi, wurde im Januar wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Zuletzt wollte Ahmadinedschad seine eigene private Universität gründen. Dafür hatte er sich selbst in einer seiner letzten Amtshandlungen als Präsident die Genehmigung ausstellen lassen. Doch die Regierung von Rouhani hat ihm die Erlaubnis wieder entzogen.

Trotzig wollte Ahmadinedschad dann eine virtuelle Uni mit Online-Kursen gründen. Doch im Dezember ließ Rouhanis Regierung auch die Webseite der Ahmadinedschad-Universität sperren.

ras

insgesamt 7 Beiträge
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udolf 02.02.2015
1.
Im Text steht "Zum Teil konnte er diese bereits erfüllen" Aber im Link ist davon nicht wirklich etwas zu finden? Oder übersehe ich da was?
ykarsunke 02.02.2015
2. schurken grinsen
auf seiner website ist ahmadinedschad "grinsend zu sehen". so ist das: schurken grinsen, staatsmänner lächeln. und SPON weiss, wer wer ist.
Big_Jim 02.02.2015
3. Grinsen ist immer negativ! Wer grinst hat böse Pläne...
Daher würde man Merkel und Obama niemals mit einem Grinsen sehen. Ausschließlich mit einem freundlichen Lächeln. Versteht sich von selbst, oder?
Sabi 02.02.2015
4. nix
Fast gar nichts konnte der aktueller Präs. erfüllen, außer etwas Kosmetik. Denn wie jeder logisch denkender Mensch weiß, alle Entscheidungen liegen beim "Höchsten Führer" - der Gehilfe Rouhani ist nur Marionette zur Schein-Demokratie und Schein-Wahlen !
Margot 357 02.02.2015
5. Oh!
Die Rouhanis Regierung hat offensichtlich ganz schön Angst, wenn sie die Webseite der Ahmadinedschad-Universität sperren. Im Iran ist Ahmadinedschad ziemlich bliebt wie man an seinen öffentlichen Auftritt sehen kann. Sofort hat es Menschenansammlungen von seinen Anhängern. Unvergessen das ZDF-Interview am 19.03.2012 mit Kleber.
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