Präsidentschaftswahl in Iran Ahmadinedschad kandidiert wieder

Im Mai wählen die Iraner einen neuen Präsidenten. Dabei könnte es ein Wiedersehen mit Mahmud Ahmadinedschad geben: Der Ex-Amtsinhaber lässt sich als Kandidat registrieren.

Mahmud Ahmadinedschad
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Mahmud Ahmadinedschad


Mahmud Ahmadinedschad will zurück in die Politik - daran hat der Ex-Präsident Irans in den vergangenen Jahren kaum Zweifel gelassen. Einen Monat vor der Wahl hat er sich nun offiziell als Kandidat registrieren lassen. Das berichten iranische Medien übereinstimmend.

Dabei hatte es zuletzt so ausgesehen, als habe Ahmadinedschad seine Comeback-Pläne aufgegeben. Nach einem Treffen mit Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Khamenei hatte er im Herbst vergangenen Jahres verkündet, auf eine Kandidatur zu verzichten. Hintergrund dürfte die mangelnde Unterstützung des religiösen Oberhaupts gewesen sein - er befürchte eine Spaltung des Landes und habe Ahmadinedschad deshalb von einer Kandidatur abgeraten, teilte Khamenei damals mit.

Ahmadinedschad hatte sich zunächsthinter die Kandidatur seines früheren Stellvertreters Hamid Baghai gestellt, der als Unabhängiger antreten will. Am Mittwoch sagte der Ex-Präsident nun, er stehe zu seinem Versprechen, nicht selbst anzutreten. Seine Registrierung als Kandidat diene "lediglich der Unterstützung Baghais".

Die Präsidentschaftswahl in Iran findet am 19. Mai statt. Alle Kandidaten müssen sich noch der Überprüfung durch den Wächterrat stellen, der in der Vergangenheit häufig Kandidaten ausgeschlossen hatte.

"Wir kommen bald"

Ahmadinedschad, der zwischen 2005 und 2013 das Land regierte, hatte sich nach dem Ende seiner Amtszeit zunächst komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. 2016 deutete er aber bei Auftritten dann mehrfach ein politisches Comeback an. Bereits im Februar 2015 launchte er eine Internetseite. Darauf ist er grinsend zu sehen mit der Ansage: "Wir kommen bald."

Auf die Frage von Journalisten im Mai 2016, ob er für die nächsten Präsidentschaftswahlen kandidieren werde, antwortete er: "Wir werden uns 2017 sehen, so Gott will!" Seinem Nachfolger Hassan Rohani warf der Hardliner vor, er habe seit der Amtsübernahme im August 2013 "nur Mist gebaut".

Während seiner zwei Amtszeiten sorgte Ahmadinedschad immer wieder international für Aufsehen: Der "Irre von Teheran", wie ihn Diplomaten spöttisch nannten, ließ einen Reaktor nach dem anderen hochfahren, verwehrte internationalen Kontrolleuren Zugang zu den Nuklearanlagen, die angeblich nur der friedlichen Stromgewinnung dienen sollten.

Unter der Führung seines vergleichsweise gemäßigten Nachfolgers Rohani handelte das lange isolierte Land dagegen ein Abkommen zur Beschränkung des Atomprogramms aus. Im Gegenzug werden Sanktionen schrittweise aufgehoben. Seit diesem Durchbruch im vergangenen Jahr steigen die Beliebtheitswerte Rohanis.

brk/AFP



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