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Neuer Präsident Rohani: Iranische Medien korrigieren umstrittenes Israel-Zitat

Hassan Rohani: Verwirrung um angebliche Aussage Zur Großansicht
AP/dpa

Hassan Rohani: Verwirrung um angebliche Aussage

Ein Zitat von Irans designiertem Präsidenten Rohani hat bereits vor seinem Amtsantritt für Proteststürme in Israel gesorgt. Nun stellt sich heraus: Es ist so gar nicht gefallen.

Teheran - Was hat er nun wirklich gesagt? Berichte der iranischen Nachrichtenagenturen Isna und Mehr über Israel-kritische Äußerungen des designierten Präsidenten Hassan Rohani haben am Freitag Verwirrung ausgelöst. Beide hatten den künftigen neuen Mann an der Spitze Irans zunächst mit der Aussage zitiert: "Das zionistische Regime ist seit Jahren eine Wunde im Körper der muslimischen Welt, die gereinigt werden muss."

Eine empörte Reaktion aus Israel ließ nicht lange auf sich warten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte umgehend, Rohanis Äußerungen zeigten sein "wahres Gesicht früher als erwartet".

Anschließend korrigierten jedoch Mehr und Isna das zuvor gesendete Zitat. Unter anderem strichen sie die Aussage: "die gereinigt werden muss". Aufnahmen des Staatsfernsehen zeigten, dass sich Rohani während einer Kundgebung zum Al-Kuds-Tag tatsächlich wesentlich moderater geäußert hatte: "In unserer Region existiert seit Jahren eine Wunde im Körper der islamischen Welt im Schatten der Besatzung des heiligen Landes Palästina und unseres geliebten Kuds." Daher sollten alle Muslime den Al-Kuds-Tag nutzen, um an diese Wunde zu erinnern sowie "gegen die Verbrechen des zionistischen Regimes" Protest einzulegen.

Das iranische Regime veranstaltet seit Jahrzehnten den Kuds-Tag. Am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan finden Massendemonstrationen statt, bei denen Zehntausende rituell die Wiedereroberung Jerusalems - arabisch al-Kuds - für die Muslime fordern.

Vereidigung am Sonntag

Nach seiner Wahl im Juni hatte Rohani versöhnliche Töne gegenüber dem Westen angeschlagen. "Die Zeit des Extremismus muss zu Ende gehen", erklärte der Geistliche. Im Nahostkonflikt wird unter ihm jedoch keine grundlegende Kursänderung erwartet. Die Nichtanerkennung des Staats Israel gehört in Iran zur außenpolitischen Doktrin.

Rohani hat schon vor seinem Amtsantritt Syriens Amtsinhaber Baschar al-Assad seine Unterstützung erklärt. Das Gleiche gilt für finanzielle und militärische Unterstützung für die im Gaza-Streifen herrschende radikalislamische Hamas-Organisation und die Milizen der libanesischen Schiitenorganisation Hisbollah.

Rohani tritt an diesem Wochenende offiziell sein Amt an. Am Samstag wird er gemäß der Verfassung vom obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei, als Präsident bestätigt. Am Sonntag findet die Vereidigung im Parlament statt. Danach muss Rohani innerhalb von zwei Wochen seine Minister im Parlament vorstellen, wo sie die mehrheitliche Zustimmung der 290 Abgeordneten benötigen.

ler/dpa/afp

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1. Viele Zitate werden falsch übersetzt,
irreal 02.08.2013
Zitat von sysopAP/dpaEin Zitat von Irans designiertem Präsidenten Rohani hat bereits vor seinem Amtsantritt für Proteststürme in Israel gesorgt. Nun stellt sich heraus: Es ist so gar nicht gefallen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-medien-korrigieren-umstrittene-zitate-von-rohani-a-914559.html
warum das so ist, weiß ich nicht wirklich, aber eines weiß ich genau, wenn nämlich die Juden mit ihrem Wissen und die arabische Welt darum herum mit ihren Bodenschätzen jemals einig sich verbunden hätten, dann bräuchten sie heute weder Mauern bauen noch sich über Terroranschläge (info an die NSA, geht nur um einen harmlosen Gedankenzug eines Deutschen) Gedanke4n zu machen. Ich halte das ganze Szenarium seit Jahrzehnten als eine schlechte Fassung eines inszenierten Dramas au8s Hollywood! Wie schade. MFG
2. ...
Dirk Ahlbrecht 02.08.2013
Zitat von sysopAP/dpaEin Zitat von Irans designiertem Präsidenten Rohani hat bereits vor seinem Amtsantritt für Proteststürme in Israel gesorgt. Nun stellt sich heraus: Es ist so gar nicht gefallen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-medien-korrigieren-umstrittene-zitate-von-rohani-a-914559.html
Wenn es nicht die Mullahs selbst gewesen wären, die mit der Nummer "falsche Übersetzung" um die Ecke kommen, dann hätte es wohl nicht allzu lange gedauert bis die "Übersetzungsexpertin" Katajun Amirpur die Dinge richtig gestellt hätte... Möglicherweise haben die Mullahs von Frau Amirpur einfach nur dazugelernt. Soll doch niemand behaupten, die Mullahs lernten nicht auch dann dazu, wenn denn diese dem Beispiel einer Frau folgen.
3. Die
eule_neu 02.08.2013
Sprachdurcheinander und Übersetzungsfehler können die Welt ganz schön irritieren. Aber das Problem tritt öfter auf bei so gängigen Sprachen, wie das Farsi. Für Journalisten und Politiker ist es immer besser, solche Texte durch mehrere Personen übersetzen zu lassen, aber vor allen Dingen die Quellen zu verfizieren. Warum wurde nicht die Fernsehrede als Grundlage genommen? Es ist doch nicht schwierig, die iranischen Staatsender über die Satellitenschüssel zu empfangen. Vielleicht vorher beim BND nachfragen, der ja alles zeitgerecht speichert. Also mal wieder viel Lärm um Nichts ...
4. Mögliches Durcheinander?
to5824bo 02.08.2013
Zitat von sysopAP/dpaEin Zitat von Irans designiertem Präsidenten Rohani hat bereits vor seinem Amtsantritt für Proteststürme in Israel gesorgt. Nun stellt sich heraus: Es ist so gar nicht gefallen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-medien-korrigieren-umstrittene-zitate-von-rohani-a-914559.html
Laut einer Meldung auf Bild.de soll Herr Ahmadinedschad bei der gleichen Veranstaltung gesagt haben: "Ein verheerender Sturm ist auf dem Weg, der die Wurzeln des Zionismus ausreißen wird”, sagte Ahmadinedschad am Freitag bei der traditionellen Massenkundgebung zum Al-Kuds-Tag an der Teheraner Universität. Israel habe „keinen Platz in dieser Region”." Zitiert nach: Iran: Ahmadinedschads letzte Hass-Botschaft - Politik Ausland - Bild.de (http://www.bild.de/politik/ausland/iran/letzte-hass-botschaft-des-irren-von-teheran-31636664.bild.html) Womöglich ist da bei den Nachrichtenagenturen oder wo auch immer etwas durcheinander geraten. Wie auch immer: Herrn Rohanis Sprache mag gemässigter sein als die seines Vorgängers. Ob das in der Sache etwas ändert, wage ich bis auf weiteres zu bezweifeln. An seinen Taten wird er zu messen sein.
5. optional
rhett66 02.08.2013
So so. Das mit dem Beseitigen oder Reinigen hat er also nicht gesagt. Ist dann alles gut? Also daß unsere Medien irgendwo was weitergeben, was irgendwoanders gemeldet wurde, wundert mich jetzt nicht so sehr. Aber wenn die Medien und der Ministerpräsident von Israel bereits reagiert haben, dann wird es wohl auch Grund genug gegeben haben. Denn in Israel, da verstehen genug Verantwortliche auch Persisch. Gruß Rhett
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 79,476 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Hassan Rohani

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