Persischer Golf Iran meldet Fang einer US-Drohne

Für Teheran ist es ein Propagandaerfolg, für die USA ein verschmerzbarer Verlust: Das iranische Regime hat nach eigenen Angaben eine Spionagedrohne der USA über dem Persischen Golf unter seine Kontrolle gebracht. Das unbemannte Luftfahrzeug gehört aber zu einer eher primitiven Baureihe.

Soldat mit "ScanEagle": Die Billig-Drohne wurde 2001 unter dem Namen "SeaScan" für die Fischwirtschaft entwickelt, um aus der Luft Thunfische suchen und verfolgen zu können
U.S. Marine Corps

Soldat mit "ScanEagle": Die Billig-Drohne wurde 2001 unter dem Namen "SeaScan" für die Fischwirtschaft entwickelt, um aus der Luft Thunfische suchen und verfolgen zu können


Teheran - Iran hat nach eigenen Angaben eine Drohne des US-Militärs "erbeutet". Das berichten das Staatsfernsehen und die Nachrichtenagentur Fars. Diese zitiert den Marinechef General Ali Fadawi.

Danach sei die Spionagedrohne "in den vergangenen Tagen" unter die Kontrolle der Revolutionsgarden gebracht worden, als sie in den iranischen Luftraum über dem Golf eingedrungen sei. Zuvor habe das Luftfahrzeug mehrere Aufklärungsflüge über dem Persischen Golf durchgeführt. Details nannte die Agentur Fars aber nicht. "Solche Drohnen werden in der Regel von großen Kriegsschiffen abgeschossen", wird Fadawi zitiert.

Nähere Einzelheiten über den Ort und den Zeitpunkt des Zwischenfalls wurden jedoch nicht genannt.

Bei der Drohne soll es sich um eine "ScanEagle" handeln, ein unbemanntes Luftfahrzeug des US-amerikanischen Herstellers Boeing. Es hat laut Hersteller eine Flügelspannweite von drei Metern und einen Einsatzradius von hundert Kilometern. Die Drohne dient vor allem zur Aufklärung, Überwachung und Gewinnung nachrichtendienstlicher Informationen. Die US-Armee nutzt solche Drohnen, um Gebiete über längere Zeit aus der Luft zu beobachten.

Bereits im November hatte das US-Verteidigungsministerium berichtet, dass eine Aufklärungsdrohne während eines routinemäßigen Überwachungsflugs in internationalem Luftraum über dem Persischen Golf attackiert worden sei. Teheran sprach von einer "unbekannten" Maschine, die in den iranischen Luftraum eingedrungen sei.

Im vergangenen Jahr hatte Teheran erklärt, eine CIA-Spionagedrohne des Typs RQ-170 "Sentinel" abgeschossen zu haben. Diese sei von der östlichen Grenze zu Afghanistan und Pakistan her in den iranischen Luftraum gelangt.

heb/Reuters/AP/dapd



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Tertinator 04.12.2012
1. Illegal!?
Habe ich das richtig in Erinnerung, dass das Auffinden von Fischschwärmen mit Hilfe von Flugzeugen verboten ist? Zum Glück sind Drohnen keine Flugzeuge ...
shakyamuni 04.12.2012
2.
Luftraumverletzungen sind Gang und gebe. Haben sie halt Pech gehabt die Amerikaner! Nur was würden sie machen wenn Iran Drohnen über USA schicken würde.. Naja egal, für die Freiheit!
akrisios 04.12.2012
3. Krieg gegen Thunfische?
Als Nebenmeldung viel erschreckender : Wir sind also soweit nicht nur Fischschwärme mit Radar sondern nun auch mit Drohnen aufzuklären. Der industrielle Profitkrieg gegen die Natur. Die einzige Waffe der Fische wird sein auszusterben und uns vor leeren Fischtellern sitzen zu lassen. Verstehen kann ich das.
fariborsma 04.12.2012
4. Iran meldet Fang einer US-Drohne
Ich denke besser wir fangen an aus einer eigenständigen Position die Geschehnisse um uns zu betrachten und wie aus einer eigenständigen Position zu berichten. Auch wenn wir vertragsgemäß ein besetztes Land sind. Deswegen brauchen und müssen wir nicht dem Besatzers Wunsch konform zu berichten. Die Wahrheit ist, dass in Vgl. zu RQ - 170 diese Fischereidrohne, falls sie eine ist, ein unbedeutender Fang darstellt. Aber sollen wir, also muss der Berichterstatter, nicht die Frage aufwerfen: WAS MACHT US-IMPERIALISMUS IM PERSERGOLF? Ha? Und was heißt Propagandaerfolg? Und warum machen sich unsere Medien - egal welcher Color, von ultra rechts bis etwas links davon, andere haben wir nicht - zu US - Sprachrohr? Wieso weis der Schreiber, dass die USA den Verlust verschmerzen kann? Wie so müssen wir die Imperialisten, welche uns vor ihrer Karre eingespannt haben, so tröstend beistehen? Nicht, dass ich dem Mullahstaat das Wort reden will, aber ich fände es schön, wenn unsere Medien UNS das Wort reden würden und nicht das unseres Besatzers. Es reicht, wenn die uns in Außenpolitik und -Wirtschaft voll in Griff haben. Ihre Angelegenheiten mit Dritten mögen sie selbst regeln. Übrigens: Weist jemand was unserem Volk für Erklärungen dafür serviert wurden als das Geschäft mit Stahlrohren mit damaligem Sowjet Union uns aus der Hand gerissen wurde? Wir dürften nicht verkaufen. Aber zeitnah verkaufte GB. das war in den 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Sitzen wir wirklich mit den Westen in einem Boot?
Lemmi42 04.12.2012
5. Schön der Iran
ist offenbar zu mehr in der Lage als nur zu beten,das sollten sich die Krieger im Westen merken.
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