Britische Helferin Nazanin Zaghari-Ratcliffe kommt vorübergehend frei

Ein Gericht in Iran verurteilte Nazanin Zaghari-Ratcliffe wegen Spionage zu fünf Jahren Gefängnis. Nun kommt die britisch-iranische Mitarbeiterin einer Journalisten-Stiftung frei - für drei Tage.

Nazanin Zaghari-Ratcliffe (Archivbild)
AP

Nazanin Zaghari-Ratcliffe (Archivbild)


Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist aus einem iranischen Gefängnis freigelassen worden. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf den Ehemann sowie Unterstützer der britisch-iranischen Helferin. Allerdings ist die Haftentlassung demnach nur vorübergehend: Sie soll für drei Tage gelten.

Zaghari-Ratcliffe, eine Mitarbeiterin der Journalisten-Stiftung von Thomson Reuters, war im April 2016 nach einem Besuch bei Familienmitgliedern am Flughafen Teheran verhaftet worden. Sie und ihre zweijährige Tochter befanden sich auf der Rückreise nach Großbritannien. Ein Gericht verurteilte sie wegen Spionage zu fünf Jahren Haft.

Der Hilfsarbeiterin mit britischer und iranischer Staatsangehörigkeit wird vorgeworfen, ein "feindliches Netzwerk" mit Verbindungen ins Ausland unterstützt haben. Diese Gruppe führe im Land "kriminelle" Machenschaften mit dem Ziel durch, die Regierung zu "stürzen".

Zaghari-Ratcliffs Ehemann stritt die Vorwürfe - ebenso wie ihr Arbeitgeber - ab. Seine Frau habe mit der gemeinsamen Tochter lediglich ihre Familie in Iran besuchen wollen. Zaghari-Ratcliffe wurde 1978 in Teheran geboren. 2007 zog sie nach Großbritannien, wo sie ihren Ehemann kennenlernte.

Der Fall überschattet auch die diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und Iran. Der britische Außenminister Jeremy Hunt bezeichnete die Haftentlassung als "wirklich gute Nachricht". Großbritannien werde sich nun für eine dauerhafte Freilassung einsetzen.

asa/Reuters



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