Iran Olof-Palme-Preisträgerin Ardalan unter Hausarrest

Ausreiseverbot, Hausarrest: Die für den Olof-Palme-Preis vorgesehene iranische Frauenrechtlerin Parvin Ardalan wird den Preis nicht persönlich entgegennehmen können. Dafür sorgte die Regierung in Teheran heute morgen.


Teheran/Stockholm - Die iranische Frauenrechtlerin Parvin Ardalan wird den Olof-Palme-Preis voraussichtlich nicht persönlich in Stockholm entgegennehmen können. Die iranische Regierung stoppte heute Ardalans Ausreise und verhängte einen 72-stündigen Hausarrest gegen die Frauenrechtlerin. "Wir wissen momentan nur, dass Frau Ardalan ihr Haus nicht verlassen darf", sagte ein Sprecher der Olof-Palme-Stiftung zu SPIEGEL ONLINE.

Darf nicht zur Preisverleihung reisen: Die iranische Frauenrechtlerin Parvin Ardalan.
AFP

Darf nicht zur Preisverleihung reisen: Die iranische Frauenrechtlerin Parvin Ardalan.

"Wir hoffen nach wie vor, dass die iranische Regierung ihre Meinung noch ändert", so der Stiftungssprecher. Die Preisverleihung werde notfalls aber auch in Abwesenheit der Frauenrechtlerin stattfinden.

Nach Informationen des iranischen Internetportals "change4equality" war Ardalan am Morgen in Teheran gezwungen worden, das Flugzeug, dass sie nach Stockholm bringen sollte, wieder zu verlassen. Außerdem soll der Frauenrechtlerin der Pass abgenommen worden sein.

Die 36-Jährige Ardalan soll am Donnerstag für ihren Kampf für Gleichberechtigung und Demokratie in Iran mit dem Olof-Palme-Preis ausgezeichnet werden. Die mit 51.500 Euro dotierte Auszeichnung wurde 1987 nach der Ermordung des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme ins Leben gerufen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan und Hans Blix, Direktor der internationalen Atomenergiebehörde.

jma



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