Straße von Hormus Iranische Marine feuert Warnschüsse auf Frachter ab

Iranische Patrouillenboote haben Warnschüsse auf ein Frachtschiff einer deutschen Reederei abgefeuert, Sicherheitskräfte brachten es unter ihre Kontrolle. Die USA haben daraufhin einen Zerstörer und ein Kampfflugzeug losgeschickt.

Iranisches Kampfschiff in der Straße von Hormus (Archiv): Warnschüsse auf westlichen Frachter
AP

Iranisches Kampfschiff in der Straße von Hormus (Archiv): Warnschüsse auf westlichen Frachter


Nach Angaben des Pentagon hat die iranische Revolutionsgarde Warnschüsse auf ein Frachtschiff abgefeuert und es anschließend aufgebracht. Der Frachter hatte die Straße von Hormus passiert, die den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer verbindet. Das Containerschiff wurde daraufhin zur iranischen Insel Larak vor der Hafenstadt Bandar Abbas geleitet.

Pentagon-Sprecher Steve Warren sagte, der Kapitän des Schiffes habe sich geweigert, einen Befehl Irans zu befolgen. Nach den Warnschüssen über die Schiffsbrücke habe der Frachter einen Notruf an die US-Marine gesendet, die in der Region stationiert ist, meldet die Nachrichtenagentur AP. Die USA hätten daraufhin einen Zerstörer, einen Seeaufklärer und ein Kampfflugzeug geschickt, um die Lage zu überwachen. Niemand sei verletzt worden.

Das Schiff mit dem Namen Maersk Tigris fährt unter der Flagge der Marshallinseln und war im Auftrag der Reederei Rickmers Ship Management mit Sitz in Singapur unterwegs. Das Unternehmen gehört zur Rickmers Group mit Sitz in Hamburg. Laut der Website Marine Traffic ist der Frachter 250 Meter lang.

Rickmers Ship Management hat den Vorfall bestätigt. Das Schiff ist demnach auf einer Handelsroute zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs gewesen.

Irans Revolutionswächter spielten den Vorfall herunter: Ein Gericht in Teheran habe angeordnet, das Schiff zu beschlagnahmen. Der Vorfall habe keine politische oder militärische Dimension, es gehe lediglich um einen Rechtsstreit, in dem ein iranisches Privatunternehmen Forderungen erhoben habe, teilte die amtliche Nachrichtenagentur Irna in Teheran mit.

Die USA hätten gegenüber den Marshallinseln "bestimmte Verpflichtungen", sagte Pentagon-Sprecher Warren. Die US-Regierung prüfe nun, inwiefern diese Verteidigungs-Pflichten auf die momentane Situation zutreffen.

Die Beziehungen zwischen Iran und den USA gelten als angespannt. Iran unterstützt, im Gegensatz zu den USA, den syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Im Bürgerkrieg im Jemen stehen die beiden Staaten auf unterschiedlichen Seiten.

kry/syd/AP/Reuters/dpa



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