Teheran - Wenige Tage vor neuen Atomgesprächen hat Iran 16 Orte vorgestellt, die für den Bau neuer Atomanlagen geeignet sind. Wesentliche Kriterien bei der Auswahl sei die Sicherheit vor Erdbeben und militärischen Luftangriffen gewesen, wurde im staatlichen Fernsehen mitgeteilt.
Der Plan sieht vor, innerhalb von 15 Jahren mehrere neue Anlagen zu schaffen, um den steigenden Strombedarf des Landes zu decken. Dabei helfen könnte ein umfangreicher Uranium-Fund, von dem der Fernsehsender berichtet. Dadurch würden die Reserven des Landes auf 4400 Tonnen steigen.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna seien die Vorräte in südlichen Küstenregionen entdeckt worden. Eine unabhängige Bestätigung steht aus. Bislang waren westliche Regierungen davon ausgegangen, dass die Uran-Vorkommen in Iran bereits knapp sind.
Dreitägiges Militärmanöver gestartet
Im Zuge der gestiegenen Spannungen wegen seines umstrittenen Atomprogramms hat Iran in den vergangenen Monaten seine Militärmanöver intensiviert. Nun kündigte das Land dreitägige Übungen bei Sirdschan im Süden des Landes an. Ziel sei es, die militärische Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten.
Der Westen verdächtigt die iranische Regierung, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Israel und die USA haben deshalb auch Militärschläge gegen iranische Atomanlagen nicht ausgeschlossen. Teheran weist die Vorwürfe zurück und droht seinerseits mit einem Einsatz seiner Raketen, die nach Angaben des Militärs 2000 Kilometer weit bis nach Israel fliegen können. Vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass die Technologie für die Urananreicherung in Iran zuletzt stark verbessert wurde.
Laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verfügte der islamische Staat im Februar 2013 über 167 Kilogramm hochangereicherten Urans. Von hochangereichertem Uran spricht man, wenn der Anteil des Isotops U-235 bei 20 und mehr Prozent liegt. Diese Art von Uran kann relativ einfach auf über 80 Prozent angereichert werden, das für den Bau einer Atombombe notwendig wäre.
In Almaty, der früheren Hauptstadt von Kasachstan, will die sogenannte 5+1-Gruppe aus den fünf ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrates und Deutschland am Dienstag neue Gespräche mit Iran über das Atomprogramm aufnehmen. Dabei soll Teheran auch ein neues Angebot unterbreitet werden.
sto/AP/dpa
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