Weitere Raketentests Iran reagiert auf US-Sanktionen mit Militärmanövern

Iran zeigt sich von den neuen US-Sanktionen unbeeindruckt. Das Außenministerium in Teheran warf der US-Regierung Dilettantismus vor, die Revolutionsgarden kündigten weitere Tests von Raketen an.

Abschuss einer iranischen Rakete (Archivfoto von 2016)
REUTERS

Abschuss einer iranischen Rakete (Archivfoto von 2016)


Mit neuen Manövern und Raketentests hat Iran auf die US-Sanktionen reagiert: Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, die Übung sei eine Antwort auf "Drohungen und Sanktionen" der USA. Das Außenministerium in Teheran warf der neuen amerikanischen Regierung Dilettantismus vor und behauptete, dass das Land mit solchen Maßnahmen nicht zu beeindrucken sei.

Bei dem Manöver kämen verschiedene Raketentypen zum Einsatz, erklärte die Eliteeinheit. Laut der auf der Internetseite veröffentlichten Liste handelt es sich bei Raketen um solche mit einer sehr kurzen Reichweite von 75 Kilometern. Die Übung findet demnach in der nordöstlichen Provinz Semnan statt.

Die US-Regierung hatte als Reaktionen auf einen Raketentest Irans Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängt. Davon seien 13 Personen und zwölf Einrichtungen oder Unternehmen betroffen, teilte das US-Finanzministerium mit.

Iran hatte kürzlich eine ballistische Rakete getestet. Es war der erste Test seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. Die US-Regierung warf daraufhin dem Land eine Verletzung von Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats vor. In Resolution 2231 wird Iran aufgefordert, keine ballistischen Raketen zu starten, die auch nuklear bestückt werden könnten. Allerdings verfügt Iran nicht über atomare Sprengköpfe.

Die Regierung in Teheran vertritt die Auffassung, dass ein Raketentest nicht gegen das mit der Staatengemeinschaft vereinbarte Atomabkommen verstößt. Seit dessen Abschluss 2015 hat Iran mehrere ballistische Raketen getestet.

Zudem will der Iran seinerseits Sanktionen gegen "amerikanische Individuen und Unternehmen verhängen, die extremistische oder terroristische Gruppen unterstützen oder zur Unterdrückung und Ermordung wehrloser Menschen in der Region beitragen", wie das Außenministerium der Agentur Irna zufolge mitteilte.

Trump hatte bereits am Freitagmorgen gedroht: "Iran spielt mit dem Feuer - sie wissen nicht zu schätzen, wie nett Präsident Obama zu ihnen war." Trump fügte hinzu: "Ich nicht!"

Der US-Kongress hatte im Dezember beschlossen, einige Sanktionen gegen Iran um zehn Jahre zu verlängern.

mho/dpa



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