Raketenattacke Iran bekennt sich zu Angriff auf Kurden im Irak

Einen tödlichen Raketenangriff auf kurdische Separatisten hat nun Iran für sich reklamiert. Bei dem Anschlag kamen mindestens elf Menschen ums Leben, auch ein Flüchtlingslager wurde offenbar beschossen.

Zerstörtes Kurden-Hauptquartier in Koya
GAILAN HAJI/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Zerstörtes Kurden-Hauptquartier in Koya


Klare Worte aus Teheran: Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben Raketenangriffe auf Büros kurdischer Separatisten im Nordirak bestätigt. Dabei waren nach kurdischen Angaben mindestens elf Menschen getötet und 50 weitere verletzt worden. Die IRGC sind eine Einheit der iranischen Streitkräfte.

"Am Samstag haben die IRGC das Büro von Terroristen mit sieben Kurzstreckenraketen beschossen", verkündeten die Revolutionsgarden am Sonntag. Bei dem Gebäude habe es sich um eine Ausbildungsstätte für Terroristen gehandelt, wo Sabotageoperationen gegen Iran geplant worden seien, zitierte die Nachrichtenagentur Isna aus der IRGC-Erklärung.

Kurdischer Staat ist vielen ein Dorn im Auge

Die Demokratische Partei des iranischen Kurdistans (PDKI) hatte bereits am Samstag auf Twitter Iran für die Attacke in der nordirakischen Stadt Koja verantwortlich gemacht. Teheran habe das Gebäude der Partei und auch ein angrenzendes Flüchtlingslager mit Marschflugkörpern beschossen. Auch kurdische Medien berichteten von dem Beschuss.

Sowohl in Iran, also auch im Nordirak, der Türkei, Syrien und Armenien leben Kurden als Minderheiten. Viele Angehörige der ethnischen Gruppe träumen von einem eigenen kurdischen Staat, was den Regierungen ihrer Länder ein Dorn im Auge ist.

nis/dpa



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Schnullerbacke 09.09.2018
1. Kurdischer Staat
Ob Iran, Iraq, Syrien oder die Türkei. Alle haben sie Angst vor einem unabhängigen kurdischen Staat . Warum wohl? Ganz klar, weil dieser Staat all diese anderen oben erwähnten Staaten nicht nur wirtschaftlich überholen würde. Ein Kurdischer Staat wäre ein Stabilitätsanker in dieser Region.
wynkendewild 09.09.2018
2. Waffen niederlegen
Zitat von SchnullerbackeOb Iran, Iraq, Syrien oder die Türkei. Alle haben sie Angst vor einem unabhängigen kurdischen Staat . Warum wohl? Ganz klar, weil dieser Staat all diese anderen oben erwähnten Staaten nicht nur wirtschaftlich überholen würde. Ein Kurdischer Staat wäre ein Stabilitätsanker in dieser Region.
In welcher Beziehung soll denn das bitte schön erfolgen? Sorry, aber Sie schreiben Blödsinn. Die Kurden werden deshalb bekämpft, weil sie die von Ihnen genannten Staaten mit aller Macht bekämpfen und das lässt sich nun einmal niemand bieten. Es wäre besser, wenn sich die Kurden ändern und ihre Waffen neiderlegen würden. Das wäre mal ein Schritt in die richtige Richtung. MfG: wynkendewild
modemhamster 09.09.2018
3. In der Zwischenzeit
http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13970618000333 Terrorists' Chemical Weapons Expert Escapes from Northwestern Syria to Turkey The Arabic-language al-Mayadeen TV Channel quoted a well-informed source as disclosing that one of the commanders of Tahrir al-Sham that supervises chemical-armed missiles has escaped Jisr al-Shughour to Turkey. It went on to say that the commander has left the terrorist group's missile unit for Turkey, but said the missiles are still stored in the village of Halouz in Jisr al-Shughour. Das wäre dann für die Russen ein sehr attraktives Ziel. Und Herr Sydow bleibt sprachlos.
snickerman 09.09.2018
4. Basra
Iran hat es überzogen. Seine Vormachtträume zerplatzen. In Basra sind das iranische Konsulat und die Hauptquartiere der iranisch gesteuerten Milizen in Flammen aufgegangen, zerstört von der wütenden Bevölkerung, die nicht länger am Gängelband leben wollen. Auch im Iran selbst protestieren die Menschen gegen die militärischen Eskapaden ihres Landes in Syrien. Achja- würden die Kurden ihre Waffen weglegen, hätten sie bald kein Land mehr.
wynkendewild 09.09.2018
5. Naja...
Zitat von snickermanIran hat es überzogen. Seine Vormachtträume zerplatzen. In Basra sind das iranische Konsulat und die Hauptquartiere der iranisch gesteuerten Milizen in Flammen aufgegangen, zerstört von der wütenden Bevölkerung, die nicht länger am Gängelband leben wollen. Auch im Iran selbst protestieren die Menschen gegen die militärischen Eskapaden ihres Landes in Syrien. Achja- würden die Kurden ihre Waffen weglegen, hätten sie bald kein Land mehr.
Einzelne Proteste können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Iran zu einer Großmacht zu entwickeln scheint, weil dies das einzige Land in der Region ist welches man noch nicht direkt angegriffen hat. Die westlichen Interventionen haben somit Teheran mehr geholfen als das es dem Land geschadet hätte. Und, sorry, aber vielleicht wäre es besser seine Ansprüche etwas zurückzuschrauben. Schließlich geht es darum sich weiterzuentwickeln. MfG: wynkendewild
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