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Bericht über Militärmanöver: Irans Revolutionswächter melden Raketentests

Iran soll mehrere Raketen getestet haben. Das berichtet die amtliche Nachrichtenagentur. Es wäre eine Provokation für westliche Staaten.

Treibt Iran sein Raketenprogramm voran? In verschiedenen Teilen des Landes sollen die sogenannten Revolutionswächter ballistische Raketen getestet haben. Dies berichtet die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna: Die Tests der Eliteeinheit seien Teil einer Militärübung und sollten demonstrieren, dass sich die Islamische Republik "gegen jegliche Gefahren" wehren könne.

Sollten sich die Berichte bestätigen, wären die Tests eine Provokation für den Westen. Iran hatte im Oktober und Dezember vergangenen Jahres Raketen starten lassen - westliche Staaten protestierten heftig.

Nach dem Test der Boden-Boden-Rakete vom Typ "Emad" ("Selbstbewusstsein") im Oktober hatten USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien ein Eingreifen der Vereinten Nationen gefordert: Die Uno-Resolution 1929 aus dem Jahr 2010 untersagt Teheran die Entwicklung solcher Raketen.

Im Westen sorgt man sich seit Längerem, Iran könnte mit seinen Schahab-3-Raketen, die eine Reichweite von 2000 Kilometern haben sollen, Israel angreifen. Die "Emad"-Rakete soll als Nachfolgemodell der Schahab-3 dienen.

US-Sanktionen wegen Raketentests

Als "hochprovokativ" bezeichneten die USA das Abfeuern von Geschossen in der Nähe eines US-Kriegsschiffs im Persischen Golf im Dezember. Mitte Januar verhängte Washington daher neue Sanktionen gegen Iran - sie richten sich gegen elf Unternehmen und Einzelpersonen, die das Raketenprogramm unterstützt hätten.

Diese neuen US-Sanktionen kamen kurz nachdem weitreichende Strafmaßnahmen gegen Teheran aufgehoben worden waren - sie standen allerdings im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm. Die USA sehen das Raketenprogramm "komplett unabhängig" von dem Atomabkommen.

Der iranische Präsident Hassan Rohani verteidigt das Raketenprogramm damit, dass das Land das Recht auf die Entwicklung von Raketen habe. Sie seien nicht darauf ausgerichtet, mit atomaren Sprengköpfen ausgestattet zu werden. Russland hatte im Februar angekündigt, das Raketenabwehrsystem S-300 an Iran zu liefern.

kgp/Reuters/AFP/dpa

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Staats- und Regierungschef:
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