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Iran: Revolutionswächter drohen mit Selbstmordanschlägen im Golf

Kampfansage aus Teheran: Die iranischen Revolutionswächter haben Selbstmordanschläge im Persischen Golf angekündigt. Hunderte warteten dort nur darauf, durch solche Attentate zum "Märtyrer" zu werden.

Teheran – Selbst "kleine Operationen" könnten im Persischen Golf und in der Straße von Hormus "große Effekte" erzielen, warnte Brigadegeneral Ali Fahdawi von den iranischen Revolutionswächtern. "Wenn nötig" könne die Basidsch-Miliz dort für Selbstmordanschläge mobilisiert werden, sagte der Vizechef der Marine-Einheiten der Organisation der Nachrichtenagentur Fars.

Iranische Revolutionsgarden: Hunderte "Märtyrer" einsatzbereit?
AFP

Iranische Revolutionsgarden: Hunderte "Märtyrer" einsatzbereit?

Die US-Regierunghatte in der vergangenen Woche Sanktionen gegen das iranische Militär und mehrere iranische Banken verhängt. Sie verhängte die weitreichendsten Sanktionen gegen Iran seit der islamischen Revolution vor fast 30 Jahren. Die Revolutionsgarden als Teil der iranischen Streitkräfte werden dabei als Lieferanten von Massenvernichtungswaffen gebrandmarkt. Ihre Elitetruppe, die Al-Kuds-Einheit, kommt auf die Liste von Staaten und Organisationen, die den Terrorismus unterstützen. Dadurch macht die US-Regierung den Weg für umfassende finanzielle Strafmaßnahmen frei.

Von diesen Drohungen wollen sich die Revolutionswächter offenbar nicht beeindrucken lassen: Man könne auf hunderte Freiwillige zurückgreifen, die sich als "Märtyrer" meldeten. Als Vorbild nannte Fahdawi den damals 13-jährigen iranischen Jungen Hossein Fahmideh, der sich im irakisch-iranischen Krieg in den achtziger Jahren unter einem irakischen Panzer in die Luft gesprengt hatte.

Nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA setzt Iran sein umstrittenes Urananreicherungsprogramm weiter fort. Es sei bedauerlich, dass Teheran nach wie vor gegen die Vorgaben des Weltsicherheitsrats verstoße, sagte IAEA-Chef Mohammed el-Baradei sagte in einem Rechenschaftsbericht vor der Uno- Vollversammlung in New York. Auch der Bau des Schwerwasserreaktors in Arak geht seinen Angaben zufolge weiter.

Dennoch sei die Bereitschaft der iranischen Regierung, sich an einem Arbeitsplan zur Lösung der ausstehenden Probleme zu beteiligen, ein Schritt in die richtige Richtung, sagte El-Baradei. Einen Bericht über die Umsetzung dieses Arbeitsplans will er erst im November vorlegen. Bei seinem Auftritt vor der Uno- Generalversammlung ging es allgemein um einen Überblick über die Arbeit der IAEA.

Der Sicherheitsrat erwägt weitere Sanktionen gegen Iran, weil das Land den wiederholten Aufforderungen zur Einstellung seiner Urananreicherung nicht nachkommt. Eine Entscheidung darüber soll aber erst nach Vorlage des IAEA-Berichts getroffen werden.

als/AFP/dpa

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