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Iran: Rohani macht sich für die Frauen stark

Irans Präsident fordert mehr Gleichberechtigung für Frauen - besonders in der Politik. Was sich konkret ändern soll, sagt Hassan Rohani aber nicht.

Präsident Rohani :  "Entwicklung und Fortschritt"    Zur Großansicht
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Präsident Rohani: "Entwicklung und Fortschritt"

Der iranische Präsident hat mehr Gleichberechtigung für Frauen in der Islamischen Republik gefordert. "Wie soll man im Land von Entwicklung und Fortschritt reden, dabei aber den fünfzigprozentigen Anteil der Frauen in der Bevölkerung ignorieren", sagte Hassan Rohani bei einer Frauenkonferenz am Sonntag in Teheran.

Besonders in der politischen Szene hätten die Frauen nicht den Status, den sie verdient hätten. "Daran müssen wir noch arbeiten", sagte der Kleriker. Was sich konkret ändern soll, sagte Rohani nicht.

Auch die Klischees von Frauen in der islamischen Welt sollten ausgeräumt werden. "Auf welcher Basis wird überhaupt behauptet, dass Frauen zu Hause bleiben und nur Männer arbeiten sollten?", sagte Rohani. Genauso wie Frauen sollten auch die Männer für die Erziehung der Kinder verantwortlich sein, und genauso wie Männer sollten auch Frauen arbeiten können.

In seiner politischen Karriere habe er nie einen Unterschied zwischen Frauen und Männern gesehen. "Wir vertreten zwar keine feministischen Ansichten, aber auch keine aus der Steinzeit", sagte der Präsident.

In Iran haben Frauen nicht die gleichen Rechte wie Männer. Obwohl in den vergangenen Jahren einige Reformen - auch von der Rohani-Regierung - durchgesetzt wurden, werden Frauen weiterhin in diversen Bereichen diskriminiert.

ssu/dpa

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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 79,476 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Hassan Rohani

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Republik Iran
Land
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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Politik
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Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei (Bild), und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit August 2013 Hassan Rohani.
Leute
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Iran hat rund 75 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 76 (Deutschland ist auf Platz 5). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80 Jahren).
Wirtschaft
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Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
Menschenrechte
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Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).

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