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Rohani beim Weltwirtschaftsforum: Irans Präsident umwirbt den Westen 

Der iranische Präsident Rohani nutzt seinen Aufenthalt in der Schweiz für deutliche Signale der Entspannung. In einer Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos forderte er das Ausland zu Investitionen in Iran auf - vor allem in die Ölindustrie.

Davos - Iran möchte laut Präsident Hassan Rohani die Beziehungen zum Westen deutlich verbessern. Teheran strebe einen Neustart der wirtschaftlichen Zusammenarbeit an, sagte er am Donnerstag in seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Er rief das Ausland zu Investitionen in seinem Land auf. Zugleich versicherte Rohani, Iran werde in keinem Fall den Besitz von Atomwaffen anstreben.

Iran bemüht sich vor allem um eine Wiederbelebung seiner Ölindustrie. Bis September solle ein neues Investitionsmodell stehen, sagten Rohani und Ölminister Bidschan Sanganeh bei einem Treffen mit westlichen Ölkonzernen nach Angaben von Teilnehmern. Dabei hätten sie die Bedeutung von fossilen Brennstoffen angesichts des weltweit steigenden Energiebedarfs betont, hieß es.

Zum Syrien-Konflikt sagte der Präsident, sein Land unterstütze humanitäre Hilfe für notleidende Syrer und sei auch bereit, zu einer friedlichen Lösung beizutragen. Iran war auf Verlangen der USA von der Syrien-Friedenskonferenz in Genf ausgeschlossen worden.

Iran hofft auf neuen Schwung für die Ölindustrie

Vor seinem Davos-Auftritt hatte Rohani in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehsender RTS den Wunsch nach Verbesserung der Beziehungen zu den USA bekundet. Als ein Signal der Entspannung sei auch die Wiedereröffnung der US-Botschaft in Teheran nach mehr als 30 Jahren nicht ausgeschlossen, erklärte er auf eine entsprechende Frage.

Iran hofft nach dem vorläufigen Atomabkommen auf eine vollständige Lockerung der gegen das Land verhängten Sanktionen und will mit Hilfe ausländischer Investoren die Ölindustrie wieder in Schwung bringen. Die Ölförderung ist infolge der Sanktionen gedrosselt, viele Anlagen sind veraltet, neue Öl- und Gasfelder sollen erschlossen werden.

Im November hatte Iran sich nach zähen Verhandlungen bereiterklärt, sein umstrittenes Atomprogramm einzuschränken. Westliche Staaten verdächtigen das Land, im Rahmen seines Nuklearprogramms an Atomwaffen zu arbeiten. Iran bestreitet das.

ler/dpa/Reuters

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1. Freundlich gucken
Kim Jong Unsinn 23.01.2014
Zitat von sysopAFPDer iranische Präsident Rohani nutzt seinen Aufenthalt in der Schweiz für deutliche Signale der Entspannung. In einer Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos forderte er das Ausland zu Investitionen in Iran auf - vor allem in die Ölindustrie. http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-rohani-wirbt-in-davos-um-investitionen-aus-dem-westen-a-945133.html
Da guckt er ganz freundlich, der Rohani. Wenn er was will. Und sein Land ziemlich klamm ist. Offenbar haben die UN-Sanktionen gezogen. Sanktionen nachlesen? Hier: https://www.wko.at/Content.Node/service/aussenwirtschaft/fhp/Embargos/Aktueller-Stand-der-Sanktionen-gegenueber-dem-Iran.html
2. Trau, schau wen!
sinnfindung 23.01.2014
Zitat von sysopAFPDer iranische Präsident Rohani nutzt seinen Aufenthalt in der Schweiz für deutliche Signale der Entspannung. In einer Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos forderte er das Ausland zu Investitionen in Iran auf - vor allem in die Ölindustrie. http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-rohani-wirbt-in-davos-um-investitionen-aus-dem-westen-a-945133.html
Klar, die möchten wieder Kohle für ihr Öl bekommen. Logisch, dass er da einen auf lieb Kind macht. Das was Rohani mit uns "Ungläubigen" machen würde , wenn er könnte, dürfte uns überhaupt nicht gefallen!! In einem Gottesstaat ist für Christen und unseren Werte kein Platz. Insofern dürften auch mit der Kohle die übrig bleibt, Dinge finaziert werden, die uns nicht gefallen werde. Insofern, Vorteile mit Deals mit dem Iran haben eh nur die Konzerne sollen die ruhig weiter wurschteln in ihrem tollen Gottesstaat.
3. Mal langsam
Wunderläufer 23.01.2014
Erst einmal abwarten, ob Rohani nur eine Marionette ist? 2 Punkte stören mich am Iran z.Zt. ganz gewaltig: die offene massive Unterstützung der Hisbollah im Libanon und in Syrien mit der klaren Aussage: Israel muss vernichtet werden: dieser Punkt ist für mich nicht verhandelbar 2. Bislang hat sich meines Wissens kein führender Amtsträger im Iran zur Erstürmung der US-Botschaft mit hundertfacher Geiselnahme 1979 geäußert. Die damalige Besetzung der Botschaft war ein bislang einmaliger Vorgang, womit sich Täter und Urheber außerhalb der gültigen Rechtsnormen gestellt haben; an diesem Status hat sich in meinen Augen bis heute nichts Entscheidendes geändert
4. Es ist ein gutes Zeichen -
Pfaffenwinkel 23.01.2014
denn wer miteinander Geschäfte macht, will in der Regel keinen Krieg führen.
5. Welch Ironie
killi 23.01.2014
Der Konflikt begann mit der britischen Gier nach Irans Öl und nun wollen die Iraner es dem Westen verkaufen... Naja, solange Chamenei lebt, sollten keine Deals abgeschlossen werden. Die Schneckenlangsame Öffnung Teherans ist zwar zu begrüssen und gehört weiterhin gefördert, aber solange dieser Ajatohla an der Macht ist, ändert sich in der Denkweise der Politiker nicht wirklich viel.
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 79,476 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Hassan Rohani

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Republik Iran
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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Politik
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Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei (Bild), und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit August 2013 Hassan Rohani.
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Iran hat rund 75 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 76 (Deutschland ist auf Platz 5). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80 Jahren).
Wirtschaft
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Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
Menschenrechte
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Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).

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