Waffendeal Russland will Raketenabwehrsystem an Iran liefern

Teheran könnte schon bald über Flugabwehrraketen des Typs S-300 aus Russland verfügen. Israel und die USA sind beunruhigt und warnen vor den Konsequenzen.

AP

Russland will in Kürze das Raketenabwehrsystem S-300 an Iran liefern. Das hat das russische Verteidigungsministerium laut der Nachrichtenagentur Ria angekündigt. Teheran habe auch Interesse am weiterentwickelten S-400-Model angemeldet. Verhandlungen darüber gebe es derzeit aber nicht.

Russland und Iran verhandeln seit Jahren über das Raketenabwehrsystem. 2010 hatte der damalige Präsident Dmitrij Medwedew die Auslieferung der Boden-Luft-Raketen allerdings untersagt, weil sie gegen die Iran-Sanktionen verstießen. Im November unterzeichneten Moskau und Teheran dann einen Vertrag über die umstrittene Lieferung.

Die wegen des iranischen Atomprogramms verhängten internationalen Sanktionen waren im Januar weitgehend aufgehoben worden.

Die USA und Israel beobachten die Entwicklung mit großer Sorge. Sie lehnen die Lieferung des S-300-Systems aus Sicherheitsbedenken ab. Beide Länder fürchten, Iran könnte die Raketen zum Schutz der Atomanlagen einsetzen. Iran hatte in der Vergangenheit immer wieder gedroht, seinen Erzfeind Israel zu zerstören. Israel kündigte an, bei Verstößen gegen das Atomabkommen iranische Atomanlagen zu bombardieren.

brk/Reuters



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