Anschlag in Iran Autobombe tötet mehrere Menschen

In der südiranischen Stadt Tschabahar ist eine Autobombe explodiert. Bei dem Anschlag auf einen Polizeiposten sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

Anschlagsort im iranischen Tschabahar
AFP

Anschlagsort im iranischen Tschabahar


Bei einem Anschlag in der iranischen Hafenstadt Tschabahar sind mindestens zwei Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Wie der Vizegouverneur der Provinz Sistan und Belutschistan im Staatsfernsehen sagte, seien die Todesopfer des "Terrorakts" Polizisten vor ihrer Revierstation gewesen. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag in der Provinz, in der mehrere Rebellengruppe aktiv sind.

Vizegouverneur Mohammed Hadi Maraschi sagte, mehrere Angreifer hätten versucht, in das Polizeihauptquartier einzudringen. Jedoch seien sie von den Wachen aufgehalten worden, woraufhin sie ihre Autobombe gezündet hatten. Er äußerte sich aber nicht dazu, wie viele Angreifer an dem Anschlag beteiligt waren. Teheran will Tschabahar mithilfe Indiens zu einem Drehkreuz für den Handel mit Zentralasien ausbauen.

"Die Explosion war sehr stark und hat die Fenster vieler Gebäude in der Nähe zerstört", sagte der Gouverneur von Tschabahar, Rahmdel Bameri. Zahlreiche Passanten und Ladeninhaber seien schwer verletzt worden.

Dschihadisten kämpfen gegen Zentralregierung

Die Grenzprovinz Sistan-Belutschistan war in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Anschlägen gewesen. In der mehrheitlich sunnitischen Region Belutschistan sind verschiedene Separatisten- und Dschihadistengruppen aktiv, die mit Gewalt gegen die schiitisch geprägte Zentralregierung in Teheran kämpfen.

Teheran wirft Pakistan und Saudi-Arabien vor, die Dschihadisten in der an Afghanistan und Pakistan grenzenden Provinz zu unterstützen. Mitte Oktober wurde dort eine Gruppe von zwölf Grenzschützern und Angehörigen der Bassidsch-Miliz entführt. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistengruppe Dschaisch al-Adl. Während fünf Geiseln nach einem Monat freikamen, werden die anderen wahrscheinlich weiter in Pakistan festgehalten.

asc/AFP/dpa/Reuters

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