Umstrittenes Atomprogramm: Iran verbessert Urananreicherung

Irans Präsident Ahmadinedschad in Natans (Archivfoto): 3000 neue Zentrifugen geplantZur Großansicht
DPA

Irans Präsident Ahmadinedschad in Natans (Archivfoto): 3000 neue Zentrifugen geplant

Vor den anstehenden Verhandlungen über Irans Atomprogramm hat die Internationale Atomenergiebehörde einen neuen Bericht veröffentlicht. Demnach hat das Land die Urananreicherung verbessert. Allerdings sei die Menge des waffenfähigen Urans deutlich verringert worden.

Wien/Teheran - Iran treibt sein umstrittenes Atomprogramm weiter voran. In der zentralen Anlage in Natans werden seit 6. Februar neue, effizientere Zentrifugen für die Urananreicherung installiert. Das geht aus einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hervor. Wissenschaftler sollen in Natans 180 moderne Zentrifugen vom Typ IR-2m sowie leere Zentrifugenbehälter angeschlossen haben. Insgesamt wolle das Land 3000 Zentrifugen installieren.

Es soll das erste Mal sein, dass Iran leistungsfähigere Zentrifugen als die bisherigen vom Typ IR-1 installiere. In Natans wird Uran nach iranischen Angaben auf fünf Prozent angereichert, was für die Stromproduktion ausreicht. Diese Praxis soll auch mit den neuen Zentrifugen beibehalten werden.

Dem Bericht zufolge wandelt Iran aber auch einen Teil seines auf 20 Prozent angereicherten - und deshalb besonders umstrittenen - Urans in Brennstoff für einen Forschungsreaktor um. Dieses Uran kann dann nicht mehr zum Bau einer Atombombe verwendet werden. Statt 280 Kilo besitzt das Land laut IAEA-Angaben nur noch 167 Kilo höher angereichertes Uran und liegt damit unter der Menge von 240 bis 250 Kilo, die zum Bau einer Atombombe nötig wäre. Auf 20 Prozent angereichertes Uran kann deutlich einfacher als fünfprozentiges auf die Waffenfähigkeit von mehr als 80 Prozent angereichert werden.

Die Uno-Atomaufsicht bemängelte, dass Iran den internationalen Inspektoren zuletzt keinen Zugang zur Militäranlage in Parchin gewährt habe. Das unterlaufe die Bemühungen der IAEA, Licht in das umstrittene Atomprogramm zu bringen. Der Bericht dürfte die Verhandlungen der sogenannten 5+1-Gruppe aus den fünf ständigen Sicherheitsratsmitgliedern und Deutschland mit den iranischen Atomunterhändlern am Dienstag in Kasachstan überschatten.

Iran wird seit langem vorgeworfen, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Die Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bestreitet die Vorwürfe, das Atomprogramm diene rein zivilen Zwecken. Dennoch wurden unabhängige Kontrollen der Atomanlage immer wieder behindert.

Sein einziges Atomkraftwerk in Buschehr hat Iran nach IAEA-Angaben zum zweiten Mal abschalten müssen. Bereits im Oktober hatte es Probleme gegeben. Westliche Diplomaten sorgen sich um die Sicherheit des Meilers, was Teheran aber zurückweist.

max/dpa/AFP/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 39 Beiträge
Dr.pol.Emik 21.02.2013
Wenn man den Anfang des Berichtes liest, dann kommt man zu dem Schluss, dass die Situation alles andere als bedrohlich ist. Am Ende muss dann aber die ewig gleiche Verdächtigung gegen den Iran wiederholt werden, damit das Konzept [...]
Wenn man den Anfang des Berichtes liest, dann kommt man zu dem Schluss, dass die Situation alles andere als bedrohlich ist. Am Ende muss dann aber die ewig gleiche Verdächtigung gegen den Iran wiederholt werden, damit das Konzept nicht gestört wird? Kann sich eigentlich jemand vorstellen, dass andere Länder, wie beispielsweise die USA, auch keine fremden Leute oder Organisationen in bestimmte Militäreinrichtungen reinschauen lässt? Da ist so etwas dann ganz normal, aber wenn der Iran nicht auch die Unterhose herunter lässt, dann soll das Grund genug für Sanktionen sein. Irgendwie kann ich mir nicht helfen und fühle die fortwährende Doppelmoral in dem Spiel. Das Mullah-Regime dort muss einem nicht sympathisch sein, nur ist eben das kein Grund für Sanktionen. Vielleicht muss man doch mal an anderen Stellen graben, dann findet man auch die noch viel schrecklicher Bombe des Iran: A-Bombe des Iran 1.000 mal gefährlicher - USA in Panik (http://qpress.de/2011/11/10/a-bombe-des-iran-1-000-mal-gefahrlicher-usa-in-panik/) … aber keine Sorge (die ist aus dem schwarzen Kanal), die ist ganz anders gestrickt und deshalb taugt es nicht für die offizielle Begründung, da muss man schon die ewigen Vorbehalte wiederkäuen.
ein anderer 21.02.2013
Endlich ein Artikel der nicht propagandistisch und desinformativ daher kommt. Nur der anfängliche Begriff vom "waffenfähigen Urans" ist im Zusammenhang mit dem Iran fern der Realität. 20% angereichertes Uran ist [...]
Zitat von sysopVor den anstehenden Verhandlungen über Irans Atomprogramm hat die Internationale Atomenergiebehörde einen neuen Bericht veröffentlicht. Demnach hat das Land die Urananreicherung verbessert. Allerdings sei die Menge des waffenfähigen Urans deutlich verringert worden. Iran verbessert Urananreicherung seines umstrittenen Atomprogramms - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-verbessert-urananreicherung-seines-umstrittenen-atomprogramms-a-884876.html)
Endlich ein Artikel der nicht propagandistisch und desinformativ daher kommt. Nur der anfängliche Begriff vom "waffenfähigen Urans" ist im Zusammenhang mit dem Iran fern der Realität. 20% angereichertes Uran ist kein waffenfähiges Uran und gilt nicht einmal als hochangereichert. Aber ansonsten ist der Artikel sehr ausgewogen. Es wird das Problem mit Parchin beschrieben, was auch bedeutet, dass die Atomanlagen von der IAEA überwacht werden. Würde der Iran weiter Anreichern als nur bis 20% würde das die IAEA bei den heutigen Überwachungstechniken sehr schnell erkennen. Gut das auch einmal erwähnt wird, dass der Iran schon seit längerem versucht das 20%ige Material zu Kernbrennstoff um zu wandeln.
dilinger 21.02.2013
Ihre "Nacherzählung" ist wirklich bemerkenswert, weil es mit dem Artikel, wenn überhaupt, nur ganz entfernt etwas zu tun hat. Der Tenor dieser beiden abschließenden Sätze aus dem Artikel, belegen so ziemlich das [...]
Zitat von ein andererEndlich ein Artikel der nicht propagandistisch und desinformativ daher kommt. Nur der anfängliche Begriff vom "waffenfähigen Urans" ist im Zusammenhang mit dem Iran fern der Realität. 20% angereichertes Uran ist kein waffenfähiges Uran und gilt nicht einmal als hochangereichert. Aber ansonsten ist der Artikel sehr ausgewogen. Es wird das Problem mit Parchin beschrieben, was auch bedeutet, dass die Atomanlagen von der IAEA überwacht werden. Würde der Iran weiter Anreichern als nur bis 20% würde das die IAEA bei den heutigen Überwachungstechniken sehr schnell erkennen. Gut das auch einmal erwähnt wird, dass der Iran schon seit längerem versucht das 20%ige Material zu Kernbrennstoff um zu wandeln.
Ihre "Nacherzählung" ist wirklich bemerkenswert, weil es mit dem Artikel, wenn überhaupt, nur ganz entfernt etwas zu tun hat. Der Tenor dieser beiden abschließenden Sätze aus dem Artikel, belegen so ziemlich das Gegenteil von dem was Sie schreiben; "Der Bericht dürfte die Verhandlungen der sogenannten 5+1-Gruppe aus den fünf ständigen Sicherheitsratsmitgliedern und Deutschland mit den iranischen Atomunterhändlern am Dienstag in Kasachstan überschatten." "Iran wird seit langem vorgeworfen, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Die Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bestreitet die Vorwürfe, das Atomprogramm diene rein zivilen Zwecken. Dennoch wurden unabhängige Kontrollen der Atomanlage immer wieder behindert"
intermomo52 21.02.2013
wurden in D, F, Sonstige Länder (außer A, IRL, weitere Länder ohne KKW) schon Kernkraftwerke abgeschaltet, ohne dass sich "westliche" Dipomaten irgendwelche Sirgen gemacht haben?
wurden in D, F, Sonstige Länder (außer A, IRL, weitere Länder ohne KKW) schon Kernkraftwerke abgeschaltet, ohne dass sich "westliche" Dipomaten irgendwelche Sirgen gemacht haben?
edii 21.02.2013
Es gibt doch genug davon,wir sollten versuchen die länder die es schon mehr als 10 000 Atombomben haben!genug um die ganze Welt in Schutt und Asche zu legen zu Kritisieren.und nicht ein land wie Iran die nicht einmal ein stück [...]
Es gibt doch genug davon,wir sollten versuchen die länder die es schon mehr als 10 000 Atombomben haben!genug um die ganze Welt in Schutt und Asche zu legen zu Kritisieren.und nicht ein land wie Iran die nicht einmal ein stück haben.USA Russland Frankreich England Israiel Indien Pakistan China usw.alle zusammen genug um die ganze Universum zu Zerstören.ist nur Iran Problem??
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Iranisches Atomprogramm

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Donnerstag, 21.02.2013 – 20:34 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 39 Kommentare
Irans Atomprogramm
AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.


Republik Iran
REUTERS
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.





TOP



TOP