Hohe Wahlbeteiligung Wahllokale in Iran länger geöffnet

Hohe Wahlbeteiligung in Iran: Bei der Präsidentschaftswahl gaben laut Innenministerium 70 Prozent der Berechtigten ihre Stimme ab. Wegen des Andrangs blieben die Wahllokale länger geöffnet.

Hassan Rohani
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Hassan Rohani


Die Präsidentenwahl in Iran ist zu Ende gegangen. Um Mitternacht Ortszeit schlossen die Wahllokale endgültig. Zuvor hatte das Innenministerium die Abstimmung wegen des großen Andrangs verlängert.

Entsprechend hoch fiel offenbar auch die Wahlbeteiligung aus. Laut Innenministerium stimmten 40 der 56,4 Millionen Wahlberechtigten ab - eine Beteiligung von 70 Prozent. Die Auszählung habe begonnen. Mit Ergebnissen wird nicht vor Samstag gerechnet.

"Die enthusiastische Teilnahme der Iraner an der Wahl stärkt unsere Macht und die nationale Sicherheit", sagte Amtsinhaber Hassan Rohani bei der Stimmabgabe in Teheran.Viele Wähler sehen in der Abstimmung eine Schicksalsentscheidung für Iran. Es geht um die Fortsetzung der von Rohani verfolgten Reformpolitik, die den Iranern mehr Freiheiten und eine Erholung der Wirtschaft bringen soll.

Rohanis schärfster Konkurrent ist der erzkonservative Ebrahim Raisi, ein enger Vertrauter des obersten geistlichen und politischen Führers, Ajatollah Ali Chamenei. Dieser hatte die Bürger dazu aufgerufen, in großer Zahl und frühzeitig zur Wahl zu gehen. "Das Schicksal des Landes wird vom Volke bestimmt", erklärte er. Noch während der Abstimmung sprach Raisi von Unregelmäßigkeiten.

asa/Reuters/AFP



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lupo62 19.05.2017
1. Showveranstaltung
Keine Ahnung, warum die Wahl in Persien hier eine Nachricht wert ist. So lange die Geistlichen dort die Macht in den Händen haben - und das haben sie nach wie vor - ist die Wahl eine reine Showveranstaltung ohne weitere Folgen. Ungeführ genau so aufregend wie Wahlen in Nordkorea oder Cuba.
YourSoul Yoga 20.05.2017
2. Demokratie
Auch wenn es von verschiedener Seite gerne so dargestellt wird, als sei der Iran eine böse Diktatur, so ist der Iran doch tatsächlich das einzige Land mit einigermaßen demokratischen Strukturen in der Region. Während Saudi-Arabien, die Emirate, Katar, und so weiter… Autokratisch und fernab jeglicher Rechtsstaatlichkeit regiert werden, so haben die Wähler im Iran immerhin die Möglichkeit, ihre Präsidenten alle vier Jahre neu zu wählen, es gibt dort konservative, Liberale ( freilich in Maßen ), etc. Parteien. Es sind halt auch Perser, und keine Araber..... darüber wird aber m.E. sehr wenig berichtet.
taglöhner 20.05.2017
3. nicht so streng bitte
Zitat von lupo62Keine Ahnung, warum die Wahl in Persien hier eine Nachricht wert ist. So lange die Geistlichen dort die Macht in den Händen haben - und das haben sie nach wie vor - ist die Wahl eine reine Showveranstaltung ohne weitere Folgen. Ungeführ genau so aufregend wie Wahlen in Nordkorea oder Cuba.
Keine echte Demokratie, aber mehr wie Show ist es schon, denn die Alternativen, die zur (ungetürkten) Wahl standen, unterscheiden schon mehr als Nuancen. Prozesse, die in die richtige Richtung weisen sollte man schon beachten. Außerdem wird die Stimmung in der Bevölkerung erkennbar, und die ist offensichtlich antiklerikal. Im Gegensatz zur Türkei und Russland zeigt die Kurslinie im Iran derzeit offenbar nach oben.
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