Reaktion auf Pompeos Iran-Rede Teheran weist US-Kritik scharf zurück

In seiner ersten großen Rede warf US-Außenminister Mike Pompeo Iran vor, größter Finanzier des Terrorismus zu sein. Teheran wehrt sich nun gegen die Vorwürfe: Die USA seien Geisel korrupter Interessengruppen.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif
AP

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif


Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat die harte Kritik von US-Außenminister Mike Pompeo zurückgewiesen: Die Vorwürfe seien "falsch" und basierten auf alten Vorurteilen, sagte Sarif im staatlichen Fernsehen. Washington sei eine Geisel von korrupten Gruppen, die Druck auf die Regierung ausübten.

Zwei Tage zuvor hatten die USA die "stärksten Sanktionen der Geschichte" angekündigt. Außenminister Pompeo hatte erklärt, einen beispiellosen finanziellen Druck auf Teheran ausüben zu wollen.

Mit diesen Maßnahmen solle die Dominanz Irans im Nahen Osten reduziert werden. Unter dem Schirm des Atomdeals habe Iran Stellvertreterkriege im Nahen Osten geführt, so Pompeo. Bis heute lüge Iran über seine wahren Absichten. Das Land sei der größte Finanzier von Terrorismus (mehr dazu lesen Sie hier).

Die USA haben den Atomdeal mit Iran Anfang des Monats einseitig aufgekündigt. In dem Abkommen von 2015 verpflichtete sich die internationale Gemeinschaft, Sanktionen gegen Iran aufzuheben. Das Land versprach sich davon eine bessere wirtschaftliche Lage. Im Gegenzug muss das Land die Anreicherung von Uran weitgehend unterlassen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bescheinigte Iran, die Auflagen eingehalten zu haben. Trump verkündete dennoch die Aufkündigung des Abkommens und neue Sanktionen.

Die anderen Unterzeichnerländer - Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland - wollen wie auch Iran selbst an dem Abkommen festhalten. Die EU reagierte auf die US-Sanktionen mit Gegenmaßnahmen, die es europäischen Unternehmen erlauben sollen, ihre Geschäftsbeziehungen mit Iran trotz der US-Sanktionen aufrechtzuerhalten.

mho/Reuters



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