Verhandlungen über Atomprogramm Iran will Urananreicherung fortsetzen

Irans Regime zeigt sich in Sachen Atomprogramm weiter unnachgiebig. Vor der nächsten Verhandlungsrunde in Bagdad lehnt Teheran Forderungen des Westens nach einem Stopp der Urananreicherung weiter ab. Die Gespräche mit den Uno-Vetomächten drohen damit erneut zu scheitern.

Irans IAEA-Botschafter Soltanieh: "Warum sollten wir Fordow schließen?"
AP

Irans IAEA-Botschafter Soltanieh: "Warum sollten wir Fordow schließen?"


Wien - Die Verhandlungen zwischen Iran und der internationalen Gemeinschaft über Teherans Atomprogramm drohen erneut zu scheitern. Sein Land werde die Urananreicherung niemals stoppen und sehe auch keinen Grund die umstrittene Atomanlage in Fordow zu schließen, sagte Ali Asghar Soltanieh, der iranische Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) der Nachrichtenagentur Reuters.

Die USA hatten nach der letzten Verhandlungsrunde vergangenen Monat einen Stopp der Urananreicherung und eine sofortige Schließung der unterirdischen Anlage gefordert. Soltanieh sagte, dafür gebe es "keine Rechtfertigung", da die Anlage von der IAEA überwacht werde. "Fordow ist ein sicherer Ort, in den wir viel Geld investiert haben. Warum sollten wir ihn daher schließen?"

Iran verschwieg die Existenz der Atomanlage

Die Nuklearanlage Fordow in der Nähe der Stadt Qom ist deshalb besonders umstritten, weil ihre Existenz erst im Jahre 2009 vom US-Geheimdienst aufgedeckt wurde. Nach Ansicht der IAEA hätte die Führung in Teheran ihre Pläne offenlegen müssen, als sie den Entschluss zum Bau des Komplexes getroffen hatten.

Iran, die fünf Vetomächte im Uno-Sicherheitsrat und Deutschland, hatten im April nach mehr als einjähriger Unterbrechung die sogenannten Fünf-Plus-Eins-Gespräche in Istanbul wieder aufgenommen. Danach hatten sich alle Seiten zuversichtlich geäußert, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Am 23. Mai wollten sich die Verhandlungspartner in der irakischen Hauptstadt Bagdad erneut treffen. Drei Wochen vor der neuen Gesprächsrunde zeigt das iranische Regime nun seine roten Linien klar auf.

Iran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben und betont, sein Nuklearprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken. Daher stehe eines fest, so Unterhändler Soltanieh: "Die Urananreicherung in Iran wird niemals aufgegeben."

syd/Reuters

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Seite 1
vhe 04.05.2012
1. Und?
Was fuer einen Sinn haette es, schon vor den Verhandlungen Zugestaendnisse zu machen? Und wenn ich der Iran waere, wuerde ich mir ganz bestimmt nicht von Atomwaffenmaechten vorschreiben lassen, dass ausgerechnet ich keine haben darf.
Whitejack 04.05.2012
2. optional
Fordow schließen, nachdem man zig Milliarden von Steuergeldern da reingepumpt hat? Wenn der iranische Steuerzahler nur minimal so tickt wie der deutsche, wird das kräftige Wut auf die Führung auslösen. Daher - unwahrscheinlich, dass das einfach so geschieht, quasi als unverbindliche Geste vor den Verhandlungen. Wenn Ahmadinedschad das tun würde, könnte man ihn tatsächlich mit Fug und Recht als "irre" bezeichnen.
dilinger 04.05.2012
3.
Zitat von vheWas fuer einen Sinn haette es, schon vor den Verhandlungen Zugestaendnisse zu machen? Und wenn ich der Iran waere, wuerde ich mir ganz bestimmt nicht von Atomwaffenmaechten vorschreiben lassen, dass ausgerechnet ich keine haben darf.
Das schreiben nicht die Atomwaffenmächte vor, sondern die Verträge die der Iran unterschrieben hat. An den Verhandlungen nimmt übrigens auch Deutschland teil, bekanntlich keine Atomwaffenmacht.
sexobjekt, 04.05.2012
4. ...
Zitat von vheWas fuer einen Sinn haette es, schon vor den Verhandlungen Zugestaendnisse zu machen? Und wenn ich der Iran waere, wuerde ich mir ganz bestimmt nicht von Atomwaffenmaechten vorschreiben lassen, dass ausgerechnet ich keine haben darf.
Der Iran hat den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben. Er muß sich also vorschreiben lassen das ausgerechnet er KEINE Atomwaffen bauen darf. Ist das so schwer zu verstehen?
sexobjekt, 04.05.2012
5. ...
Zitat von WhitejackFordow schließen, nachdem man zig Milliarden von Steuergeldern da reingepumpt hat? Wenn der iranische Steuerzahler nur minimal so tickt wie der deutsche, wird das kräftige Wut auf die Führung auslösen. Daher - unwahrscheinlich, dass das einfach so geschieht, quasi als unverbindliche Geste vor den Verhandlungen. Wenn Ahmadinedschad das tun würde, könnte man ihn tatsächlich mit Fug und Recht als "irre" bezeichnen.
Das Geld stammt nicht aus Steuereinahmen sondern aus Ölverkäufen. Somit finanzieren leider auch wir die feuchten Atommachträume von Religiösen Fantikern.
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