Atomkonflikt Iran will Zahl der Uran-Zentrifugen erhöhen

Schon am Mittwochabend könnte es so weit sein: Iran plant die Zahl der Uran-Zentrifugen zu erhöhen. Die Produktion werde den internationalen Atomdeal nicht verletzen, behauptet Teheran.

Natanz-Atomanlage (Archiv)
DPA

Natanz-Atomanlage (Archiv)


Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Khamenei, hatte bereits am Montag angekündigt mit den Vorbereitungen für eine Wiederaufnahme der unbegrenzten Urananreicherung zu beginnen. Nun hat das Regime in Teheran damit begonnen, die Zahl der Uran-Zentrifugen zu erhöhen. Darüber hat Iran die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) informiert.

Ein entsprechender Brief sei am Montag an die IAEA übergeben worden, teilte Ali Akbar Salehi, der Leiter der Iraner Atomenergiebehörde, am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Fars mit. Womöglich könne schon Mittwochabend in der modernen Urananreicherungsanlage Natanz ein Zentrum zur Produktion von neuen Zentrifugen eröffnet werden. Die Produktion werde den internationalen Atomdeal nicht verletzten, hieß es.

Natanz im Fokus

Iran hatte in der Folge des internationalen Atomabkommens von Juli 2015 die Zahl seiner Zentrifugen in Natanz und der Urananreicherungsanlage Fordo deutlich reduziert. Zudem sagte Iran zu, Uran nicht länger auf 20 Prozent anzureichern. Die Anreicherung auf 20 Prozent ist ein wichtiger Schritt zur Produktion von atomwaffenfähigem Uran. Im Gegenzug für die Zugeständnisse Irans wurden die internationalen Sanktionen seinerzeit aufgehoben.

Die USA haben den Atomvertrag von 2015 mit Iran aufgekündigt und wollen wirtschaftliche Sanktionen wieder in Kraft setzen, von denen auch europäische Firmen betroffen sein könnten. Die anderen Mitunterzeichner Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland halten an dem Vertrag fest.

Israel, das nicht zu den Unterzeichnern des internationalen Abkommens gehört, lehnt den Vertrag vehement ab. Die Regierung in Jerusalem wirft dem Regime in Teheran vor, heimlich immer an seinen Atom-Plänen festgehalten zu haben.

dop/Reuters/AFP



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